Abseits vom Wurstelprater –
Vogelbeobachtung in Wien

Abseits vom Wurstelprater –<br/> Vogelbeobachtung in Wien

Ein Abstecher nach Wien lohnt sich nicht nur aufgrund der Schlösser und Museen. Auch die Natur ist sehenswert und beherbergt jede Menge Vogelarten.

Die Beziehung zwischen der Donau und den Menschen, die an ihren Ufern leben, ist von zahlreichen Wendungen durchzogen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Immer wieder trat sie über die Ufer, immer wieder wurde ihr Verlauf verändert und begradigt. Viele Nebenarme wurden zugeschüttet oder vom Hauptstrom abgetrennt.

Als im Überschwemmungsgebiet ein zweites Flussbett angelegt wurde, entstand aus dem Aushub die heutige Donauinsel. 1988 eröffnet, ist sie mit ihren alten Bäumen und Schilfgürteln ein Paradies für Vögel und andere Tiere. Sie eignet sich daher gut als erster Zwischenstopp zum Spazieren gehen und Beobachten.

Vogelbeobachtung in Wien: Die Donauinsel

Ihr erreicht die Donauinsel mit mehreren U-Bahnen und Buslinien. Auf verschiedenen Wegen und kleinen Brücken könnt ihr Auwaldrelikte, versteckte Gewässer und Schotterbänke erkunden. Die 21 Kilometer lange Insel ist vor allem im Winter ein wahrer Hotspot. Dann kommen große Trupps Möwen, Reiher-, Tafel- und Schellenten, seltener Berg-, Samt- und Trauerenten sowie Mittel-, Gänse- und Zwergsäger auf die Donauinsel.

Mit etwas Glück begegnen euch auch Rothalstaucher. In den Schilfrändern der Donauarme fühlen sich Zwergdommeln, Wasserrallen, Teich-, Schilf., Drossel- und Sumpfrohrsänger besonders wohl. In den Weiden und Pappeln bauen Beutelmeisen ihre kunstvollen Nester. Auch Waldkäuze und Waldohreulen haben hier ihre Brutreviere.

Vogelbeobachtung in Wien: Die Lobau

Die Lobau ist der Wiener Teil des weitläufigen Nationalparks Donau-Auen. Hier wechseln sich schilfreiche Gewässer, steppenähnliche Schotterflächen, offene Wiesen und feuchte Auwaldgebiete ab. Auf diesem natürlichen Flickenteppich fühlen sich sowohl Wasser- als auch Singvögel wohl.

Ihr könnt eure Tour am Nationalparkhaus am Dechantweg starten und den Josefsteg (Schilfbrücke Lobau) ansteuern. Von dort aus habt ihr den perfekten Blick über den Schilfgürtel des Mühlwassers und könnt Zwergdommeln, Rohrsänger, Rohrammern, Eisvögel und Bartmeisen entdecken. An Herbstabenden bietet sich außerdem ein ganz besonderes Naturschauspiel: riesige Mengen Stare fallen dann wie eine schwarze Wolke in ihr Schlafgebiet im Schilf ein.

Vogelbeobachtung in Wien: Der Wienerwald

Noch etwas weiter außerhalb der Stadt erstrecken sich die Weiten des Wienerwalds. Ein besonders schöner Teil dieses Gebietes ist der Lainzer Tiergarten. Ihr könnt ihn über verschiedene Tore betreten, die beste Möglichkeit bietet sich am Nikolaitor (U4, Station Hütteldorf). Neben Wildschweinen, Rothirschen und Mufflons leben hier die verschiedensten Spechte (vor allem Bunt-, Mittel-, Schwarz-, Grün-, Grau- und Kleinspecht). Seltener sind Weißrückenspechte. Seit kurzem brüten auch Habichtskäuze wieder im Wienerwald, das Ergebnis eines Wiederansiedlungsprojektes. Zwerg-, Grau- und Halsbandschnäpper runden die bunte Vogelvielfalt ab.

 

Foto: akj1706 (Lizenz CC BY-SA 2.0)

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