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Sterntaucher

Klagender Gesang auf einsamen Herbstgewässern lässt nicht auf den Klabautermann schließen, sondern auf den Sterntaucher, den kleinsten unter den Seetauchern. Der geschickte Taucher macht bei uns im Herbst und Winter Halt, bis er zu seinen Brutplätzen im hohen Norden zurückkehrt.

Aussehen

Ein Vogel, der nach Sternen taucht? Klingt wie im Märchen. Tatsächlich bezieht sich der Name des Sterntauchers nicht auf sein Verhalten, sondern auf sein Aussehen. Der Wasservogel trägt nämlich einen roten Fleck am Hals, der vogelkundlich als „Stern“ bezeichnet wird. Genauso funktioniert die Namensgebung beim Weißsternigen und beim Rotsternigen Blaukehlchen. Die Färbung ist in der Tat das auffälligste Merkmal des Sterntauchers und auch dasjenige, das den kleinsten Seetaucher von seinen Artgenossen unterscheidet. Neben dem rostroten Fleck an der Kehle sind Rücken und Flügel monoton braun-grau, der Kopf hellgrau und Brust und Bauch reinweiß. Ein hübsches Detail ist die filigrane, schwarz-weiße Musterung von Hinterkopf und Nacken. Wenn der Sterntaucher im Herbst in Europa ankommt, hat er allerdings die Mauser schon hinter sich und die kräftigen Farben abgelegt. Dann ist sein Gefieder grau-weiß gestrichelt und am Hals einfarbig weiß. Verwechselt den Sterntaucher nicht mit dem größeren Prachttaucher, welcher auch im Herbst und Winter eine auffällige Färbung mit mehrfarbigem Halsgefieder trägt.

Vorkommen

Eigentlich in den Nadelwäldern und Steppen Nordeuropas, Nordamerikas und Asiens zu finden, verbringt der Sterntaucher den Winter im milderen Mitteleuropa. Im August oder September zieht er daher weg von seinen Brutgebieten in Skandinavien und auf den Britischen Inseln. Zwei der wichtigsten Überwinterungsgebieten des Sterntauchers sind die westliche Ostsee und die Nordsee, ab Mitte Oktober könnt ihr ihn aber auch im mitteleuropäischen Binnenland sichten, zumeist an größeren Seen, Flüssen und Meeresbuchten. Zwischen März und Juni verlässt uns der Sterntaucher dann wieder. Habt ihr den auffallend klagenden Ruf des Sterntauchers bemerkt? Grund zum Klagen hat er eigentlich gar nicht: Der weltweite Bestand der Sterntaucher liegt zwischen 0.5 und 1.5 Millionen und wird als nicht gefährdet eingeschätzt.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Sterntaucher sind gesellige Tiere, die sich beim Brüten oder zum Vogelzug gern zu großen Schwärmen versammeln, manchmal mit bis zu 500 Tieren. Abgesehen vom Brüten hält sich der Sterntaucher vorzugsweise im Wasser auf – auch, weil er mit seinen kurzen Beinen nicht besonders gut laufen kann. So schläft er auf dem Wasser, verrichtet dort seine ausgiebige Gefiederpflege und geht dort auch auf Nahrungssuche. Dazu taucht er zumeist völlig lautlos unter und bleibt bis zu 90 Sekunden unter Wasser. Seine Tauchgänge gehen meist in zwei bis neun Meter Tiefe, aber sogar 21 Meter wurden schon beobachtet. Unter Wasser sucht er nacht Süß- und Salzwasserfischen, Fröschen und Krebsen. In seinen weniger aktiven Phasen sitzt der Sterntaucher hingegen beinahe bewegungslos auf dem Wasser und gibt lange, klagende Laute von sich. Schon etwas schaurig!

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