Füchse zieht es in die Stadt

Füchse zieht es in die Stadt

Ein Fuchs im städtischen Park oder heimischen Garten – ein solcher Anblick ist nicht mehr ungewöhnlich. Füchse fühlen sich zunehmend in deutschen Städten wohl und erfreuen sich an dem reichhaltigen Nahrungsangebot, das die Wegwerfgesellschaft von heute produziert.

Wildtiere unterschiedlichster Art zieht es in den letzten Jahren in großstädtische Wohngebiete. War der Rotfuchs als einziger mitteleuropäischer Vertreter der Füchse früher zumeist in Wäldern, Grasland und Äckern vorzufinden, so traut er sich heute immer mehr in die menschlichen Siedlungsgebiete. Im heimischen Garten oder in den Parks und Friedhöfen der Städte ist eine Begegnung mit einem Fuchs kein außergewöhnliches Ereignis mehr.

Deckungs- und Nahrungsvielfalt lockt Füchse an

Dass sich Füchse heutzutage vermehrt in Städten sehen lassen, hat vielfältige Gründe. Als Kulturfolger fällt es dem Fuchs besonders leicht, sich auf verschiedene Lebensräume einzulassen und sich diesen anzupassen. So findet das eigentliche Raubtier in dicht besiedelten Gegenden mit hohem Müllaufkommen einen reich gedeckten Tisch vor: Essensreste, Komposthaufen, Früchte, Insekten, Mäuse und Ratten bieten dem Tier reichhaltige Nahrung.

Die dichte Besiedlung und Bebauung bringt es außerdem mit sich, dass Füchse mehr Deckungsmöglichkeiten beispielsweise in verhältnismäßig großen Gärten vorfinden als in umgebenden Freiflächen. Dennoch können sie sich ebenso in städtische Bereiche wie Friedhöfe oder Parks zurückziehen, in denen sie selten von Menschen gestört werden. Auch der Jagddruck ist für die Tiere in Städten kaum bis gar nicht vorhanden, da hier keine großflächige Bejagung stattfindet.

Natürliche Scheu nicht gefährden

Letztlich trägt auch die veränderte Einstellung vieler Menschen dazu bei, dass sich der Fuchs in Städten zunehmend wohl fühlt. Denn Stadtbewohner stehen den Wildtieren meist weniger feindlich oder ängstlich gegenüber. Einige gehen sogar so weit, sie gezielt zu füttern. Doch damit tut man ihnen auf Dauer keinen Gefallen: Regelmäßiges Füttern kann die Füchse zwar anlocken, zugleich wird jedoch ihre natürliche Scheu vor Menschen abgebaut. Die Tiere, die normalerweise eine gewisse Fluchtdistanz einhalten und Menschen eher aus dem Weg gehen, werden so vom Menschen abhängig und angreifbarer.

Füchse als Gefahr für Mensch und Tier?

Auch wenn sich die Einstellung gegenüber Füchsen in den letzten Jahren vielerorts gewandelt hat, blicken einige noch argwöhnisch und ängstlich auf die Wildhunde. Dabei verhalten sie sich Menschen gegenüber von Natur aus nicht aggressiv und greifen sie daher in aller Regel auch nicht an. Auch das Gesundheitsrisiko, das von Füchsen ausgehen kann, ist im Allgemeinen nicht größer als das von anderen (Haus-) Tieren oder Mitmenschen.

Ebensowenig wie wir Menschen sind Hunde und Katzen von Füchsen gefährdet. Katzen geht der Fuchs vielmehr aus dem Weg, Hunde meidet er sogar konsequent. Lediglich Hundewelpen oder junge Katzen können Füchsen zum Opfer fallen. Hat man jedoch ein Auge auf seine kleinen Gefährten, ist auch diese Gefahr schnell gebannt. Alle anderen Klein- und Haustiere wie Hamster oder Vögel sollten in dafür vorgesehenen Käfigen, Volieren und im Haus gehalten werden, sodass ihnen ein Fuchs nichts anhaben kann.

Gute Chancen für Wildtierbeobachtung

Wer die Wildtiere gerne beobachten und dafür nicht in den Wald stapfen möchte, der hat gute Chancen, in Großstädten wie Berlin, München, Zürich oder London einen Blick auf ein Exemplar zu erhaschen. Denn immerhin sind Füchse die größten wildlebenden Beutetiere, die wir in unseren Breiten zu Gesicht bekommen. Begegnet man einmal unbeabsichtigt einem Fuchs, sollte man Ruhe bewahren und dem Tier einen sicheren Fluchtweg ermöglichen. So ist durch umsichtiges Verhalten ein reibungsloses Neben- und Miteinander von Mensch und Tier möglich – auch in Städten.

Foto: © MrHicks46 / www.flickr.com/photos/teosaurio/

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