Tüpfelsumpfhuhn – Süß aber selten

Tüpfelsumpfhuhn – Süß aber selten

Das Tüpfelsumpfhuhn ist vom Aussterben bedroht. Zumindest in Deutschland ist es in Kategorie 1 der Roten Liste der bedrohten Tierarten eingeordnet. Und das, obwohl diese sehr schüchternen Wesen äußerst friedfertige Zeitgenossen sind.

Aussehen

Tüpfelsumpfhühner gehören zur Familie der Rallen, sehen der Wasserralle folglich ähnlich. Bei der Größe eines Stars haben sie ein braunes, an der Oberseite teilweise schwarzes Gefieder, einen gelb-orangenen Schnabel und grünliche Beine. Am besten von der Wasserralle zu unterscheiden ist das Tüpfelsumpfhuhn am Schnabel, der deutlich kürzer und gerader ist. Namensgebend sind die vielen kleinen weißen Flecken auf dem gesamten Gefieder der kleinen Kranichvögel.

Vorkommen

Das Tüpfelsumpfhuhn ist, wie praktisch alle Sumpfhühner, in ganz Europa, bis nach Sibirien zu finden. Allerdings ist der Bestand in Deutschland nur noch sehr gering. Es wird vermutet, dass das veränderte Klima daran entscheidend mitschuld ist. Die „Porzana porzana“ – so der lateinische Name – sind Langstreckenzieher und überwintern in Afrika und Indien. Während ihrer Zeit in unseren Breiten leben sie, wie der Name nahelegt, in Sumpfgebieten oder im hohen Gras an Seeufern. Dort brüten sie auch.

Beobachtungs-Tipps

Tüpfelsumpfhühner sind sehr scheu. Bei der kleinsten Beunruhigung flüchten sie zurück ins Gras, um sich dort – sehr geschickt! – zu verstecken. Für die Beobachtung dieser Tiere sind also in jedem Fall jede Menge Geduld und Ruhe erforderlich – und in der Luft muss man den Bodenbrüter auch nicht suchen. Am wahrscheinlichsten trifft man Tüpfelsumpfhühner in den Monaten Mai bis August an. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv. Besonders in der Balzzeit sind ihre kurzen, durchdringenden Balzrufe nachts deutlich zu hören: Ein kurzes, im Sekundentakt wiederholtes Pfeifen, das sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Besonders bei diesen Vögeln lohnt es sich also, zum Beobachten eine Nachtschicht einzulegen und sich nach dem Gehör zu richten.

Es gilt allerdings bei dieser hierzulande seltenen Art in besonderem Maße größte Vorsicht, Entfernung und Zurückhaltung – etwas, was man echten Tierfreunden nicht zu sagen braucht.

Foto: © Marek Szczepanek (CC Lizenz)

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2 Kommentare

  1. Tom Rabe 27. Mai 2014 um 19:52 Uhr

    Auch hier liegen Sie daneben! Da kann man ja fast Beraterhonorar nehmen ;-]. Das Foto zeigt kein Tüpfelsumpfhuhn, sondern (immerhin eine Verwandte) das australische Flusssumpfhuhn, knallrote Augen, ungebänderte Brust…. Sie schreiben doch selbst im Text von den vielen weißen Flecken im gesamten Gefieder.

    • Christian Kolbe 8. August 2014 um 10:04 Uhr

      Und auch hier haben Sie natürlich recht. Sorry für die Verwechslung!

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