Gartenrotschwanz – Aufgeregter Höhlenbrüter

Gartenrotschwanz – Aufgeregter Höhlenbrüter

Aussehen

14 Zentimeter groß, rundliche Statur, rot gefärbter Schwanz – bis hierhin ähnelt unser Vogel der Woche tatsächlich dem Hausrotschwanz. Sie beide sind Schnäpperverwandte, genau wie das Rotkehlchen. In der Antike hielt man ihn sogar noch für eine Sommervariante des Rotkehlchens. Heute wissen wir zum Glück mehr. Die Verwechslungsgefahr besteht vor allem bei den Weibchen von Hausrotschwanz und Gartenrotschwanz, die sich mit ihrem bräunlichen Gefieder wirklich sehr ähnlich sehen. Der männliche Gartenrotschwanz hat im Prachtkleid schwarzes Gefieder an Gesicht und Kehle. Darüber liegt ein weißer Stirnstreif. Oberkopf, Nacken und Rücken sind wiederum hellgrau. Die Brust ist rötlich und wird zum Bauch hin immer heller. Unverkennbar ist der ziegelrote Schwanz mit einem grauen Akzent in der Mitte.

Vorkommen

Das europäische Brutgebiet des Gartenrotschwanz reicht von Portugal und Spanien bis hoch in den Norden Norwegens und über die Türkei bis in den Kaukasus und hin zum Baikalsee. Schwerpunkte liegen in Frankreich und Deutschland. Er ist ein Langstreckenzieher und verbringt den Winter in Afrika, südlich der Sahara.

Früher war unser Vogel der Woche in den großen, abwechslungsreich gestalteten Bauerngärten zu Hause. So bekam er seinen Namen. Heute erfüllen nur noch wenige Gärten seine Lebensraumansprüche. Stattdessen ist er auf Streuobstwiesen, in lichten Laubwäldern oder großen Parkanlagen zu finden. Als Höhlenbrüter ist er sehr auf alte Bäume angewiesen, so dass er häufig in Specht-Gebieten vorkommt. Außerdem sind Sitzwarten und offene Bodenstellen wichtig.

Verhalten und Wissenswertes

In der Brutsaison kehren die Männchen zuerst nach Hause zurück und besetzen ihre Reviere. Ihre Ansprüche demonstrieren sie durch lauten Gesang. Dabei gilt es, früh anzufangen: Schon eine Stunde vor Sonnenaufgang nehmen die Sänger ihre Plätze auf hohen Sitzwarten ein. Bis ein Weibchen sich wirklich für einen Kandidaten interessiert, können Wochen verstreichen!

Ist die Auserwählte erobert, sucht sie sich eine Bruthöhle aus. Wenn kein Baum zur Verfügung steht, beziehen die Vögel auch schon mal Bahnsignale oder aufgehängte Holzschuhe. Sechs bis sieben blaue Eier legt das Weibchen, die zwei Wochen lang bebrütet werden. Sind die Jungen dann geschlüpft, arbeiten die Eltern ohne Pause, um ihnen ständig nahrhafte Insekten zu bringen.

Der Gartenrotschwanz fällt durch sein hektisches Verhalten auf. Im Sitzen zittert er immer wieder mit dem Schwanz. Hat er ein Insekt erspäht, fliegt er kurz zum Boden oder schnappt sich die Beute aus der Luft.

Foto: hedera.baltica ( CC BY-SA 2.0 )

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