Wie wird mein Garten vogelfreundlich?

Wie wird mein Garten vogelfreundlich?

Nicht nur Blumen sind die Zierde eines Gartens, auch Vögel machen ihn zu einem kleinen, lebendigen Paradies. Wie aber wird der Garten zum Vogelmagneten?

Knorrige kleine Apfelbäume wiegen sich am Rand der Wiese leicht im Wind, die Rosen öffnen gerade ihre Knospen, im Kräuterbeet tummeln sich die Bienen und die ersten Tomaten werden bald rot … aber irgendetwas fehlt doch, um das kleine Gartenidyll perfekt zu machen. Richtig: das muntere Gezwitscher verschiedenster Vögel.

Viele Kleingärtner wünschen sich genau das für ihr kleines Paradies, allerdings gibt es da eine wesentliche Bedingung, die so manchem nicht ganz in den Kram passen mag. Denn um einen Garten vogelfreundlich zu machen, muss in ihm zunächst eine gesunde Portion Unordnung herrschen. Vertrauen in die Natur kann nicht schaden. Ein perfekt getrimmter Rasen und die exotischsten Rhododendren mögen zwar das Gärtnerherz erfreuen, die einheimischen Vögel sind davon gar nicht begeistert. Und es gibt noch einiges mehr, das beachtet werden muss, damit im Garten bald reges gefiedertes Treiben herrscht.

1. Was der Piepmatz nicht kennt, das frisst er nicht.

Es wurde bereits erwähnt: Je exotischer bepflanzt und überpflegt ein Garten ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Singvögel in ihm niederlassen. Sie mögen es möglichst natürlich. Daher sind einheimische Pflanzen und Bäume viel eher zu empfehlen. Viele Zierpflanzen sind auf Unfruchtbarkeit hin gezüchtet, so dass dort keine Insekten zu finden sind. Welchen Ansporn hätten Vögel also, an diesem nahrungsarmen Ort zu bleiben? Dagegen sind Eberesche, Weißdorn, Wildrose, Holunder, Wildapfel oder Haselnuss Nahrungsquelle und Rückzugsort in einem. Das Pfaffenhütchen zum Beispiel ist für Menschen giftig, Rotkehlchen dagegen naschen sehr gern davon. Auch Sonnenblumen oder Hagebutten bieten reichlich Nahrung.

Grundsätzlich gilt: Einheimische Gehölze, die Früchte tragen und zudem möglichst dicht und dornig wachsen, sind ideal für den Vogelgarten. Denn neben der Futtersuche müssen sich die kleinen Gäste auch vor Katzen oder anderen Gefahren verstecken können. Wenn ihr nicht genug Platz für Gehölze habt, tut es auch eine dichte Hecke, die der Buchfink oder die Grasmücke gern als Brutplatz nutzen.

2. Die Wiese nicht zu kurz schneiden.

Denn in etwas längerem Gras tummeln sich jede Menge Insekten und Kleintiere, die den Vögeln ebenfalls als Nahrung dienen. Wer es etwas bunter mag, kann ja auch eine Wildblumenwiese anlegen, die dann ebenfalls zum Futterparadies wird.

3. Wasser ist Leben!

Das gilt für Vögel genau so wie für uns. Am ästhetischsten macht sich wahrscheinlich ein kleiner Gartenteich, an dem sich die Tiere zum Baden und Trinken treffen können. Oft wird vergessen, dass viele Vögel im Sommer beinahe verdursten. Aber auch hier gibt es eine Alternative, falls der Platz im Garten nicht für einen Teich reicht. Füllt einfach eine Schale mit Wasser und stellt sie im Garten an einem etwas erhöhten Platz auf, damit Katzen und andere Räuber nicht herankommen. Die Schale sollte allerdings nicht tiefer als 5 Zentimeter sein. Es ist herrlich, einem kleinen Vogel dabei zuzusehen, wie er sich munter das Gefieder putzt!

4. Ordnung ist nicht alles.

Wer einen vogelfreundlichen Garten schaffen will, sollte kein radikaler Feind von Unkraut sein. Vogelmiere und Co haben ihre Namen nicht ohne Grund, denn auch sie bieten den kleinen Sängern Nahrung. Im Herbst solltet ihr einige kleine Laubhaufen ruhig liegen lassen, denn darin bildet sich schnell ein reiches Insektenangebot, ebenso wie im Komposthaufen. Lose Steine könnt ihr ebenfalls locker aufschichten und Vögeln wie Rotkehlchen und Zaunkönig als Unterschlupf lassen. Auch beim Zurückschneiden von Bäumen ist weniger mehr.

5. Keine Pestizide verwenden!

Dieser Punkt dürfte sich von selbst erklären. Wenn Vögel an vergiftete Früchte oder Insekten geraten und diese fressen, vergiften sie sich ebenfalls. Das hat schlimme Folgen für die Fruchtbarkeit und das Immun- und Nervensystem der Tiere. Letztendlich können die Gifte sogar zum Tod führen. Dabei ist eine aggressive Schädlingsbekämpfung oft gar nicht notwendig, wenn sich Vögel im Garten aufhalten. Eine einzige Kohlmeisenfamilie kann 30 Kilogramm Insekten im Jahr fressen.

Wer also etwas Mut zur Unordnung beweist und auf Giftstoffe bei der Aufzucht seiner Pflanzen verzichten kann, wird bald deutlich mehr Gezwitscher vernehmen können. Die Verwandlung des eigenen Gartens in ein Vogelparadies ist kein Hexenwerk.

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