Die Blässgans – Familiärer Zugvogel

Die Blässgans – Familiärer Zugvogel

Die Blässgans gehört der Gattung der Feldgänse an und ist ein regelmäßiger Wintergast in Mitteleuropa. Ihre Brutgebiete erstrecken sich vom Norden des europäischen Russlands und Ostsibirien über das arktische Nordamerika bis auf Grönland.

Aussehen

Ihren Namen hat die Blässgans von ihrer weißen Stirnzeichnung, der sogenannten Blesse, wodurch sie sich von den meisten anderen Gänsenarten sehr gut unterscheiden lässt. Gut zu erkennen ist die Blässgans auch an ihrem graubraunen Bauchgefieder, das mit unregelmäßigen schwarzen Flecken überzogen ist. Der Schnabel der europäischen Blässgans ist zartrosa. Ihre Beine leuchten in einem kräftigen Orange.

Aber Achtung! Die Zwerggans sieht der Blässgans zum Verwechseln ähnlich. Diese ist jedoch sichtbar kleiner: Blässgänse erreichen eine Größe von 65 bis knapp 80 cm, während die Zwerggans nur 55 bis 65 cm groß wird. Außerdem ist die Stirnblesse ist größer. Sie zieht sich bis oberhalb des Auges. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der orangefarbe Ring um die Augen, den die Zwerggans typischer weise trägt.

Vorkommen

In der Regel verlassen Blässgänse ihre nordeuropäischen Brutgebiete bereits im August. Dann ziehen sie in V-Formation in die milderen Gefilde in Mitteleuropa und beziehen ihre Winterquartiere im Nord- und Ostseebereich, in Deutschland, Holland und Polen. So kann man Blässgänse auf ihren zahlreichen Zwischenstopps z.B. auch auf der Halbinsel Darß bewundern. Die größte Population an Blässgänsen ist in Deutschland jedoch von Oktober bis März in Nordrhein-Westfalen zu finden. Beobachtunggebiete befinden sich zum Beispiel am unteren Niederrhein bei den Städten Wesel und Rees. Etwa die Hälfte der rund 900.000 Vögel aus Mittel- und Westsibirien überwintern in Deutschland.

Verhalten und Wissenswertes

Blässgänse sind meist in größeren Gruppen unterwegs. Sie fressen vor allem Gräser und Halme sowie verschiedene Sämereien. Daher sind sie häufig auf Grün- und Ackerflächen zu sehen. Stehende Gewässer und Ruhige Uferstellen sucht die Gans gern zum Schlafen und Rasten auf.
Nicht nur zur Balzzeit sind die Vögel sehr ruffreudig. Ihr meist zweisilbiger Ruf klingt etwas höher als der der Graugans. Ihr Nest baut das monogame Blässganspaar an eine trockene Uferstelle. Das Weibchen legt zwischen vier und sechs Eier ab, die einen knappen Monat lang ausgebrütet werden. Wenn es Zeit ist, in das Winterquartier aufzubrechen, zieht die Familie gemeinsam los. Häufig trennt sich ein Familienverband erst im nächsten Frühjahr.

Foto: © SteveByland – istockphoto.com

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