Zwerggans – Stark bedrohter Kurzschnabel

Zwerggans – Stark bedrohter Kurzschnabel

Die Zwerggans ist eine der bedrohtesten Vogelarten Europas. Woran das liegt und was ihr noch über unseren Vogel der Woche wissen solltet, lest ihr hier.

Aussehen

Die eher zierliche Zwerggans wird etwa 60 Zentimeter groß und erreicht eine Flügelspannweite von rund 125 Zentimetern. Das Gefieder ist graubraun, wobei die Farbe auf der Brust heller und in Richtung Flügel und Schwanz dunkler ausfällt. Der Bürzel ist weiß. Auf dem Bauch hat die Zwerggans schwarze Querstreifen. Wichtige Hinweise finden sich im Gesicht: Der Schnabel ist kurz, kräftig und rosa, das dunkle Auge von einem gelben Ring umgeben. Erwachsene Vögel haben eine weiße Stirn (Blässe), die bis auf den Kopf hinaufreicht. Die kräftigen Beine mit den großen Schwimmfüßen sind karottenfarben.

Vorkommen

Die Brutgebiete der Zwerggans liegen in der südlichen Tundra Skandinaviens, Russlands und Sibiriens. Gemeinsam mit den anderen arktischen Gänsen zieht sie im Winter in den Westen und Süden Europas, mitunter bis in den Irak. Wichtige Wintergebiete liegen auch um das Schwarze und das Kaspische Meer sowie in Ungarn und Kasachstan. Dort besiedelt die kleine Gans flaches Grasland mit größeren Gewässern, die regelmäßig für Überschwemmungen sorgen. Solche Gebiete wandelt der Mensch allerdings immer häufiger in Ackerland um.

Verhalten und Wissenswertes

Die Zwerggans ist weltweit bedroht und steht in der EU vor dem Aussterben. Daran ist zum einen der Verlust an Lebensraum Schuld, zum anderen die Jagd. Auf dem Zugweg durchfliegen die Vögel viele verschiedene Länder. Zwar ist der Abschuss von Zwerggänsen dort überall verboten, aber es gibt einen großen Haken. Die Zwerggans sieht nämlich der etwas größeren Blässgans, welche wiederum bejagt werden darf, sehr ähnlich. In den Regionen, wo die Blässgans geschossen werden darf, lebt also auch die Zwerggans äußerst gefährlich, da die meisten Jäger den Unterschied nicht erkennen.

Ihr Nest bauen Zwerggänse oft unter Sträuchern oder auf kleinen Erdhügeln. Im Mai legt das Weibchen fünf bis sieben Eier und bebrütet sie einen knappen Monat lang.

Nach dem Schlupf brauchen die Jungvögel noch etwa 40 Tage, um flügge zu werden. Sie haben zunächst eine rotbraune Stirn, einen dunklen Schnabel und einen grauen Augenring. Dieser färbt sich erst später ins Gelbe um. Die Jungen werden von beiden Elternvögeln betreut und bleiben oft bis zur nächsten Brut bei ihnen.

 

Foto: Olaf Oliviero Riemer (CC BY-SA 3.0)

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