Blauelster – Baumkronenbrüterin in Azur

Blauelster – Baumkronenbrüterin in Azur

Die Blauelster hat ihren Namen von ihrer hübschen Gefiederfärbung. In Europa kommt sie nur auf der Iberischen Halbinsel vor und brütet dort in lockeren Kolonien.

Aussehen

Die Blauelster ähnelt in Haltung und Statur der „klassischen“ Elster, ist jedoch mit rund 35 Zentimetern Körpergröße ein ganzes Stück kleiner. Auch sind Beine und Schnabel im Verhältnis zum Körper kürzer als bei der Elster. Die Blauelster hat eine hellbraune bis beige Unterseite und einen bräunlichen Rücken. Der Bauch wird durch ein weißes, umlaufendes Halsband vom tiefschwarzen Kopfgefieder getrennt. Das auffälligste Merkmal sind aber die Flügel und der lange Schwanz in Azurblau, denen die Blauelster auch ihren deutschen Namen verdankt; im Englischen heißt sie übrigens azur-winged magpie.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Blauelster besteht aus zwei deutlich getrennten Bereichen. Der erste befindet sich auf der Iberischen Halbinsel, also in Spanien und Portugal. Der zweite, viel größere Bereich liegt in Ostasien und umfasst Japan, Korea, große Teile Chinas, den Norden der Mongolei sowie den Süden Sibiriens. Es gibt mehrere Theorien darüber, warum das Verbreitungsgebiet derartig gespalten ist. Manche Wissenschaftler vermuten, dass es früher eine durchgehende Population gab, die durch Vergletscherung in der Eiszeit aufgespalten wurde. Andere halten es für möglich, dass Seefahrer die hübschen Vögel etwa im 16. Jahrhundert mit auf die Iberische Halbinsel brachten. Eine offizielle Erklärung gibt es bisher noch nicht.

In Spanien und Portugal fühlt sich die Blauelster in Wäldern aus Korkeichen, anderen Eichenarten, Pinien oder Kiefern wohl. Dabei dürfen die Bäume nicht zu dicht stehen; im besten Fall geht der Wald in offene Weide- oder Obstflächen über. Solche Landschaften findet sie vor allem in der Extremadura, im westlichen Andalusien und im Süden Portugals, so dass dort besonders viele Blauelstern vorkommen. Im asiatischen Lebensraum besiedeln die hübschen Vögel gern auch Gärten und Parks.

Verhalten und Wissenswertes

Die Blauelster ist ein sehr geselliger Vogel und man sieht sie meist in kleinen Gruppen von zwei bis acht Paaren. Diese Kolonien brüten auch gemeinsam. Dabei befinden sich die Nester meist in den Kronen benachbarter Bäume. Die Nester bestehen aus Reisig und Erde und werden mit weichem Moos ausgepolstert. Es kommt immer wieder vor, dass ein Häherkuckuck sein Ei einem Blauelsterpaar unterschiebt. Anders als beim mitteleuropäischen Kuckuck schlüpfen zwar auch die kleinen Blauelstern, doch sie bekommen oft nicht mehr genug Nahrung ab, weil der junge Häherkuckuck alles für sich beansprucht. Unter normalen Umständen schlüpfen meist sechs kleine Blauelstern, die nach etwa 16 Tagen flügge werden. Sie bekommen von beiden Altvögeln Futter.

Blauelstern haben einen recht umfangreichen Speiseplan. Sie naschen gern Eicheln und Pinienkerne, erbeuten aber auch Insekten und kleine Wirbeltiere. Samen, Früchte und Beeren landen ebenso in ihrem Schnabel wie Aas oder menschliche Abfälle. Auch zur Nahrungssuche bleiben die Kolonien zusammen und fliegen von einem Platz zum nächsten.

Der Ruf der Blauelster ist nicht so laut wie der ihrer weltbekannten Verwandten. Es handelt sich eher um ein raues, aufgereihtes Krächzen, welches entfernt an den Eichelhäher erinnert.

 

Titelfoto: Rafael Chamorro fotógrafo naturaleza (Lizenz Public Domain Mark 1.0)

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