Blutspecht – „Double“ des Buntspechts

Blutspecht – „Double“ des Buntspechts

Der Blutspecht bewohnt lichte Wälder, Gärten und Streuobstwiesen. Was seinen Tag perfekt macht: leckeres Steinobst und ausgiebige Gefiederpflege.

Aussehen

Der Blutspecht sieht seinem engen Verwandten, dem Buntspecht, sehr ähnlich. Demzufolge finden wir ein größtenteils schwarz-weißes Gefieder vor. Der obere Rücken und die Flanken sind schwarz, dazwischen fallen große, weiße Schulterfelder auf. Die schwarzen Handschwingen tragen ein deutliches, weißes Bändermuster. Der kräftige Stützschwanz ist schwarz, an Brust und Bauch herrscht ein verwaschenes Weiß vor. Männchen haben einen ziegelroten Fleck im Nacken. Steiß und Unterschwanzdecken sind bei beiden Geschlechtern rosarot.

Um den Blutspecht vom Buntspecht zu unterscheiden, reicht ein genauer Blick ins Gesicht. Dort hat der Buntspecht eine schwarze Linie, die den Zügelstreifen mit dem Nacken verbindet. Diese Linie fehlt beim Blutspecht, so dass er größere, weiße Wangen hat.

Vorkommen

Das Brutgebiet des Blutspechts erstreckt sich von der Balkanhalbinsel, Ungarn und Polen bis nach Griechenland. In östlicher Richtung reicht das Gebiet mittlerweile bis nach Kasachstan, wo 2010 erstmals Bruten beobachtet wurden.

Zu dichte, geschlossene Wälder mag der Blutspecht nicht besonders. Er fühlt sich in lichten Auwäldern, Parks und Gärten oder auch auf Weinbergen und Streuobstwiesen wohl. Eigentlich kommt er nicht in Mitteleuropa vor. Umso größer war die Aufmerksamkeit, als im Januar 2016 ein Blutspecht in Bayern gesichtet wurde.

Verhalten und Wissenswertes

Blutspechte sind tagaktiv, legen mittags aber eine ausgiebige Pause ein. In dieser Zeit ruhen sie sich aus oder putzen ihr Gefieder. Manche wurden auch schon dabei beobachtet, wie sie mit ausgebreiteten Flügeln Sonnenbäder nahmen.

Unser Vogel der Woche frisst sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung. Vor allem Steinobst wie Kirschen, Aprikosen und Pflaumen schmeckt ihm, außerdem viele Beerenarten sowie Weintrauben, Feigen und Oliven. Je nach Lebensraum stehen im Winter verschiedene Nüsse und Pinienkerne hoch im Kurs. Unter der Rinde von Bäumen findet der Specht außerdem Käfer und Larven, die gerade für die Aufzucht der Jungen wichtig sind.

Apropos: Blutspechte nutzen vor allem morsche, alte Bäume für ihre Bruthöhlen. Diese werden gesäubert und häufig mit Holzspänen ausgelegt. Ein Gelege besteht in der Regel aus vier bis fünf weißen, glänzenden Eiern. Beide Partner brüten, wobei das Männchen etwas mehr Zeit damit verbringt als das Weibchen. Nach durchschnittlich zehn Tagen schlüpfen die Jungen bereits, bleiben dann aber noch circa 24 Tage in der Höhle.

Foto: hedera.baltica ( CC BY-SA 2.0 )

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