Eisvogel – schillernder Einzelgänger

Eisvogel – schillernder Einzelgänger

Wer einen sieht, kann sich doppelt freuen: Ein Eisvogel ist nicht nur eine ansprechende Erscheinung, er gilt auch als Zeichen für gesunde Gewässer. Leider ist er deswegen in den industrialisierten Teilen Deutschlands zur Seltenheit geworden. An den verbleibenden sauberen Flüssen und Seen Deutschlands ist der Eisvogel allerdings eine besondere Freude für alle Vogelbeobachter.

Aussehen

Durch sein prächtiges, schillerndes Federkleid ist der Eisvogel selbst für weniger geübte Vogelbeobachter unverkennbar. Kein anderer einheimischer Vogel präsentiert uns eine solche Farbenpracht, vom kräftig glänzenden, leicht changierenden Türkis seines Rückens zur rostroten Färbung des Bauches. Von seiner Farbgebung leitet sich vermutlich auch sein Name ab: Entweder über das althochdeutsche Wort für schillern („eisan“) oder durch die Eisenfarbe seines Bauchgefieders. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nur durch den Unterschnabel: Der ist beim männlichen Eisvogel ganz schwarz, während er beim Weibchen teils orange gefärbt ist.

Vorkommen

Der Eisvogel ist die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art seiner 90-köpfigen Familie. Auf dem gesamten europäischen Festland sowie auf den britischen Inseln ist er sehr verbreitet. Nur in Skandinavien, wo die Flüsse seines Lebensraums im Winter zufrieren, ist er seltener. Während Altvögel ihr Revier meist ganzjährig besetzen, ziehen Jungvögel auf der Suche nach einem passenden Winterquartier durch das Land. Manchmal legen Eisvögel auf diesen Wanderungen bis zu 1000 Kilometer zurück. Bei der Auswahl seines Lebensraums ist der Eisvogel eher wählerisch: Nur klare Gewässer, ob natürlich oder vom Menschen angelegt, kommen für ihn in Frage.

Vogelbeobachtungstipps

Da sich der Eisvogel hauptsächlich von kleinen Fischen oder Amphibien ernährt, kann man ihn fast ausschließlich in Ufernähe an Flüssen oder Seen beobachten. Trotz seines auffälligen Gefieders ist der Eisvogel über Wasser oder am begrünten Ufer schwer zu sehen. Dann erkennt man ihn aber leicht an seinem Kontaktruf, einem schrillen „tjiih“. Gerade zur Balz ist der Eisvogel besonders ruffreudig und variiert Geschwindigkeit und Rhythmus seines Rufs. Abgesehen von der Paarungszeit ist der Eisvogel ein absoluter Einzelgänger, aber auch dann lässt er sich hören und sehen. Ein äußerst beeindruckender Anblick ist ein Eisvogel bei der Jagd. Seine Methode ist das Stoßtauchen: Dabei taucht er nach großer Beschleunigung kopfüber ins Wasser und schnappt sich die lebende Beute, meist in einem Zeitraum von nicht mehr als drei Sekunden. Man kann nur hoffen, dass deutschen Vogelbeobachtern dieser Anblick auch in Zukunft erhalten bleibt.
Foto: © Peashooter / pixelio.de

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