Girlitz – Piepsiger Mini-Fink

Christian Kolbe 3. Oktober 2014 2 Kommentare zu Girlitz – Piepsiger Mini-Fink
Girlitz – Piepsiger Mini-Fink

Zitronengelb, aber weniger sauer, ist der Girlitz, unsere kleinste heimische Finkenart. Ursprünglich kommt er zwar aus Südeuropa, er wagt sich heute aber immer öfter in unsere Gärten und Parks. Dort macht sich der gesellige Vogel schnell beliebt.

Aussehen

Der Girlitz, auch Gartenzeisig genannt, hat eine drollige Erscheinung: Zitronengelb, rund und praktisch halslos sticht er doch unter all den Finken heraus. Mit seinen 11 Zentimetern Größe ist der Girlitz außerdem deutlich kleiner als ein Spatz. Während die Männchen knallgelb und nur leicht gestreift sind, ist bei den Girlitz-Weibchen das Gefieder blasser und schwarzbraun längsgestreift. Beide haben den typischen kurzen Kegelschnabel und den gegabelten Schwanz.

Vorkommen

Europa, Nordafrika und Kleinasien bilden das Verbreitungsgebiet des Girlitz. Meist ist er Standvogel, in Mitteleuropa aber Teilzieher: Von November bis Februar verschwindet er nach Südeuropa, Nordafrika und in den Nahen Osten. An seinen Lebensraum stellt er wenige Ansprüche und ist deswegen relativ stark verbreitet und bisher nicht gefährdet. In jedem Fall braucht er Büsche und Bäume zum Verstecken, gerne Koniferen. Außerdem schätzt der Girlitz erhöhte Positionen, um seinen Gesang vorzutragen. Als Kulturfolger rückt der Girlitz immer näher an uns Menschen heran: Achtet mal darauf, ob ihr in euren Gärten und Parks, in Büschen, Obstbäumen und im Dickicht schon eine der kleinen gelben Kugeln entdeckt!

Vogelbeobachtungs-Tipps

Seinen Namen hat der Girlitz von seinem hektischen, klirrenden Ruf. Sein „zr-r-rilitt“ wiederholt er meist in gleichförmigen Strophen wieder und wieder. So ist der Girlitz zwar leicht wiederzuerkennen, aber angenehm ist sein Gesang nicht. Quietschende Reifen sind ein Ohrenschmaus dagegen. Vogelbeobachter haben es aber nicht nur wegen der auffälligen Girlitz-Stimme leicht: Da er tagaktiv ist, könnt ihr den Girlitz gerade morgens bei seiner Nahrungssuche am Boden beobachten. Wellenförmig fliegt er dann weiter zum nächsten Feld oder zur nächsten Staude.

Schön anzusehen ist, wie sozial der Girlitz sich verhält. Mit seinen Artgenossen geht er friedlich um. Im Winter bilden sie zusammen mit anderen Finken große Schwärme. Monogame Pärchen kann man dabei beobachten, wie sie zusammen Nahrung suchen, schnäbeln oder einander putzen. Wenn dieses zuckersüße Verhalten nicht sein Geschrei wettmacht, was dann?

Foto: JRxpo / flickr.com

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2 Kommentare

  1. Marcel Täckelburg 20. Mai 2019 um 21:01 Uhr

    Zur zeit wieder sehr outdooraktiv durch das hobby geocachen.Nach 20 jahren jetzt wieder in der heimat und mir fiel jetzt des öfteren ein finkenähnlicher vogel mit sehr krräftig gelber brustbefiederung auf den ich so aus meiner kindheit eigendlich nicht kannte. Nach eigener internetrecherche würde ich auf Gierlitz tippen.
    Kann das sein? Sichtigung meist zwischen den orten Brücken und Hackpfüffel da stehen voele sträucher und büsche!

    • Alexandra Huth 23. Mai 2019 um 13:46 Uhr

      Hallo Marcel,

      da der Girlitz in Europa vorkommt und sich gern in buschigen Landschaften aufhält, könnte deine Beobachtung durchaus zutreffen.

      Beste Grüße aus der Redaktion!

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