Großer Schlammläufer – Schnepfenvogel mit Riesenschnabel

Großer Schlammläufer – Schnepfenvogel mit Riesenschnabel

Der Große Schlammläufer watet geschickt durchs flache Wasser und pickt mit seinem langen Schnabel nach Nahrung. Er lebt in Nordamerika und Sibirien. Nur gelegentlich verschlägt es ihn auch nach Westeuropa.

Aussehen

Der Große Schlammläufer gehört zur Familie der Schnepfenvögel und wird 26 bis 30 Zentimeter groß. 6 bis 8 Zentimeter entfallen dabei auf sein wichtigstes Merkmal, den auffällig langen Schnabel. Er ist dunkel und sehr gerade geformt. Im Prachtkleid finden wir einen rötlich braun gefärbten Vogel. Ein schmaler brauner Streifen verläuft von der Schnabelbasis bis zum Auge. Der Oberkopf ist etwas dunkler als das restliche Gefieder, genau wie die dunkel gescheckten Flügel. An den Flanken findet sich ein feines, dunkles Strichelmuster. Der Schwanz trägt dunkle Querbinden.

Das Schlichtkleid ist weniger kräftig gefärbt, hier herrscht ein blasses Graubraun vor. Am Kopf fällt ein kräftiger weißer Überaugenstreif auf. Hals und Brust sind sanft braun gestrichelt und gehen in den weißen Bauch über. In allen Kleidern sind die langen Beine und Zehen gelblich grün gefärbt.

Vorkommen

Die Brutgebiete der Art liegen im Nordwesten von Nordamerika und im östlichen Sibirien. Dort besiedelt unser Vogel der Woche vor allem die arktische Tundra und flache Sumpfgebiete, die an Wiesen und Weiden grenzen.

Je nach Brutgebiet wandern die Tiere im Winter in die südlichen US-Staaten, nach Mittelamerika, Mexiko oder Ostasien. Dort suchen sie ebenfalls Sumpfgebiete auf oder sind in der Nähe der Küste anzutreffen. Nur selten verschlägt es einzelne Vögel auch nach Westeuropa, zum Beispiel nach Norwegen.

Verhalten und Wissenswertes

Mit den langen Beinen und Zehen kann unser Vogel der Woche sich auch auf schlammigem Untergrund sicher bewegen. Er watet durch flaches Wasser oder schlammige Ufer und pickt mit dem empfindlichen Schnabel allerlei Leckerbissen heraus: kleine Krebstiere, Insekten, Spinnen, Regenwürmer, Schnecken. Manchmal landen auch Sämereien in seinem Magen.

Während der Große Schlammläufer im Winter gesellig lebt, ist er zur Brutzeit eher Einzelgänger. Das bezieht sich aber vor allem auf die Brut selbst. Das Nest wird stark verteidigt, nach Nahrung suchen die Brutnachbarn dann oft schon wieder gemeinsam. Die Eier liegen in einer flachen Mulde am Boden. Sie können verschiedene Grün- und Blautöne aufweisen und haben immer braune Flecken. Anfangs brüten beide Eltern, gegen Ende sitzt aber vor allem das Männchen auf den Eiern. Der Vater ist es auch, der die Jungen nach dem Schlüpfen mit ihrer Welt vertraut macht. Sie verlassen schon am ersten Tag das Nest und sind nach einem knappen Monat flügge.

Foto: Nigel ( CC BY 2.0 )

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