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Beliebt Vogel der Woche

Der Kakadu – Geselliger Kletterer

Der Kakadu – Geselliger Kletterer
NameKakadu (Cacatuidae)
Größeca. 25 – 70 cm
VerbreitungAustralien, Neuseeland, Indonesien, Philippinen, Tasmanien, Guinea
LebensraumRegenwald, Halbwiese, offenes Grasland
BrutzeitJe nach Art im Frühling und Sommer
NahrungFrüchte, Nüsse, Samen, Insekten, Blütenknospen

Zahm, anhänglich und intelligent: Der Kakadu ist eine Papageienart, die als Ziervogel bei den Menschen sehr beliebt ist. Jedoch ist Vorsicht vor dem Schnabel der Vögel geboten: Dieser ist äußerst spitz gebogen und verlieh dem Vogel seinen Namen. Kakadu stammt wahrscheinlich aus der malaiischen Sprache und bedeutet „Kneifzange“. So witzig dieser Vogel also auch sein mag, seine Kraft sollte man nicht unterschätzen.

Aussehen

Die Größe eines Kakadus variiert je nach Gattung, von denen einige aber bis zu 70 cm groß werden, womit sie zu den größten Papageienarten zählen. Die insgesamt 21 verschiedenen Arten lassen sich vor allem an ihrem Gefieder erkennen. Grundsätzlich sind Kakadus weniger farbenfroh als die bunten Papageien und die meisten Arten hab eine weiße, graue oder schwarze Grundfärbung. Einige Exemplare, wie etwa der Rosakakadu, haben jedoch auch eine auffälligere Federfärbung, die rosa, gelb oder blau sein kann. Der Kakadu fällt besonders durch seine Federhaube auf, die je nach Gemütslage und Situation aufgestellt oder flach angelegt wird. Mit seinem kräftigen Papageienfuß, bei dem zwei Zehen nach vorn und zwei nach hinten zeigen, ist er sehr beweglich und kann schnell und sicher klettern. Seine Füße dienen ihm dabei auch als Greiforgan. Wie bei den Händen des Menschen sind auch die motorischen Fähigkeiten eines Fußes beim Kakadu stärker ausgeprägt als die des anderen. Die meisten Kakadus sind “Linksfüßler.”

Vorkommen

In seinem natürlichen Habitat findet man Kakadus ausschließlich in Australien, Indonesien, Neuseeland, Papa-Neuguinea sowie den angrenzenden Pazifikinseln. Hier leben die tropischen Vögel im Regenwald, sowie in der Nähe von Küsten und offenen Waldlandschaften. Die größten Artbestände bevorzugen jedoch offene Flächen mit viel Gras und einer übersichtlichen Anzahl an Bäumen. So profitierten besonders diese, die offenen Graslandschaften bevorzugenden Kakaduarten von der Erschließung des australischen Kontinents. Gerade das systematische Anlegen von Trinkanlagen für die ausgedehnten Nutzherden ermöglichte es vielen Arten, ihren natürlichen Lebensraum massiv zu erweitern. Manche Arten können auch im urbanen Raum problemlos überleben und inzwischen existieren Kakadus als Stadtvögel in den australischen Städten Perth, Sydney, Melbourne und Canberra. Einige Exemplare sind weniger verbreitet und finden sich oft nur in sehr beschränken Siedlungsgebieten. Der besonders schlaue Goffinkakadu lebt zum Beispiel ausschließlich auf den Tanimbarininseln, eine kleine, zu Indonesien zählende Inselgruppe. Da sie von Sehfahrern als Ziervogel mit nach Europa gebracht wurden, sind sie auch hier heute weit verbreitet.

Verhalten und Wissenswertes

Manchmal wird der Kakadu auch als Clown unter den Papageienarten bezeichnet. Das liegt vor allem an seiner äußerst emsigen Art, fast den ganzen Tag in Bewegung zu bleiben. Egal ob er kopfüber vom Baum hängt oder kleine Kunststücke vorführt, still kann ein Kakadu nur selten sein. Rosakakadus sollen sogar zur Erheiterung auf Spielplätzen Rutschen hinuntergleiten. Dass bei all dem Spaß auch die Intelligenz nicht zu kurz kommt, konnten viele Kakaduarten bereits unter Beweis stellen. Der oben bereits als besonders schlau betitelte Goffinkakadu unterrichtet seinen Nachwuchs etwa im Werkzeuggebrauch. Doch nicht nur das, Forscher konnten jetzt erstmals nachweisen, dass die Jungtiere nicht nur wissbegierig den Gebrauch von Werkzeugen lernen, sondern diesen selbst durch eigene Methoden noch verbessern. Neben ihrem Bewegungsdrang und dem Verstand ist für Kakadus auch das Soziale sehr wichtig. In der Regel praktizieren sie Monogamie und bleiben ihr Leben lang einem Partner treu. Häufig findet man ihn auch in größeren Gruppen, die aus über hundert Kakadus bestehen können. Das hat einen großen Vorteil: Die Tiere können aufeinander aufpassen. Während ein Großteil des Schwarms auf der Suche nach Beeren, Nüssen, Früchten und Samen ist, sitzen einzelne Tiere weiter oben im Geäst und halten Ausschau nach Gefahr. Wird ein Feind gesichtet, wird ein schriller Warnruf geäußert. Mit ihrer kräftigen Stimme machen sie verschiedenste Geräusche nach. Auch menschliche Stimmen können sie imitieren.

Titelfoto von Pexels auf Pixabay

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