Das Klopfen der Spechte: Spechtarten unterscheiden

Das Klopfen der Spechte: Spechtarten unterscheiden

Es ist ihre Art zu kommunizieren: Die verschiedenen Spechtarten klopfen und trommeln, anstatt zu singen. Da die Vögel den größten Teil ihres Lebens allein verbringen, reicht ihnen der vergleichsweise kleine „Wortschatz“ aus. Sie nutzen das Klopfen, um ihr Revier zu markieren, sich vor Rivalen zu beweisen, Weibchen anzulocken oder auf eine Höhle aufmerksam zu machen.

Spechte fühlen sich in dichten Laub- und Nadelwäldern mit viel stehendem und liegendem Totholz besonders wohl. Wenn sie weit oben in den Baumkronen trommeln, sind sie schwer zu erspähen. Daher kann es hilfreich sein, die Lautäußerungen zu den einzelnen Arten zuordnen zu können. So lässt sich bestimmen, welcher Specht gerade den Wald beschallt.

Spechte in Deutschland

Die häufigste Spechtart in Deutschland ist der Buntspecht. Etwas kleiner und nicht so zahlreich vertreten wie der Buntspecht ist der Mittelspecht. Der Kleinspecht wird nur etwa spatzengroß, es brüten etwa 25.000 bis 41.000 Paare in Deutschland. Ähnlich gestaltet sich der Bestand unseres größten Spechts, dem Schwarzspecht. Im Bereich der Alpen kann man mit etwas Glück den Weißrückenspecht beobachten. Um einen Dreizehenspecht zu sehen, von dem etwa 700 bis 1000 Paare bei uns brüten, ist ein Spaziergang durch einen südlich gelegenen Nadelwald sinnvoll. Den Grünspecht sieht man auf der Suche nach Ameisen häufig auf dem Boden hüpfen, genauso wie seinen Verwandten, den Grauspecht. Auf offenen Wiesen treibt sich auch der Wendehals bei uns herum.

Das Klopfen der Spechtarten – Hört genau hin!

Gleich zu Beginn sei gesagt: Auf das Trommeln von Grün– und Mittelspecht können wir lange warten. Sie bevorzugen es zu singen, und auch dies tun sie nicht besonders häufig.

Macht man die Klopfgeräusche der anderen Spechtarten mit computergestützter Aufnahmetechnik sichtbar, lassen sich klare Unterschiede erkennen.

Schwarzspecht

Der Schwarzspecht kann den längsten Trommelwirbel erzeugen. In 2 bis 3 Sekunden schlägt er seinen Schnabel etwa 40 mal gegen den Stamm. Die Lautstärke und das Tempo verändern sich dabei kaum. Männchen, die sich in Paarungslaune befinden, veranstalten mehrere hundert Wirbel am Tag. Der Schnabel des Schwarzspechts ist besonders kräftig, da er seine Höhlen am liebsten in die stabilen Stämme der Buchen zimmert.

Buntspecht

Der Buntspecht klopft etwas unregelmäßiger und kürzer (nur etwa 0,6 Sekunden) als der Schwarzspecht. Mitunter sind kurze Serien von 3 bis 5 Wirbeln zu hören, die vor der Paarung oder zu einem Kampf zu hören sind. Zur Paarungszeit trommeln vor allem die Männchen intensiver: Es sind 8 bis 10 Wirbel pro Minute zu hören, die der Vogel gern auf verstärkenden Materialien wie Blechbeschlägen, auf Hausdächern oder an Blitzableitern ausführt. Das Trommeln des Buntspechts wird zum Ende hin leiser. Hört ihr zwei Spechte zusammen trommeln, könnte es sich um ein Buntspechtpaar handeln.

Weißrückenspecht

Der Weißrückenspecht trommelt laut und schnarrend, in einem gleichbleibenden Rhythmus. Zu einem Wirbel gehören in der Regel 30 bis 40 Schläge. Zum Ende eines Wirbels wird er leiser.

Kleinspecht

Auch der Kleinspecht lässt ein schnarrendes Trommeln verlauten. Die Schläge sind dabei sehr gleichmäßig. Anders als beim Weißrückenspecht kann der Wirbel jedoch durch kurzes Stottern unterbrochen sein, die Schläge setzen also für kurze Zeit aus. Der Kleinspecht trommelt besonders fleißig: Bis zu 14 Wirbel pro Minute sind zu vernehmen.

Dreizehenspecht

Der Dreizehenspecht klopft langsamer als der Buntspecht. Seine einzelnen Schläge hören sich außerdem abgehackter an. Die Frequenz der Schläge erhöht sich zum Ende des Wirbels. Ein einzelner Wirbel kann bis zu 1,8 Sekunden dauern.

Zum Beginn der Balzzeit ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, das Trommeln des Grauspechts zu hören. Zwischen 12 und 40 Schläge zieht der Vogel über rund 2 Sekunden. Zwischen den Wirbeln liegen 30 bis 40 Sekunden Pause.

Tonaufnahmen zu den einzelnen Trommelwirbeln findet ihr auf planet-schule.de.

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