Mehlschwalbe – Genügsamer Frühlingsbesucher

Mehlschwalbe – Genügsamer Frühlingsbesucher

Nur wenige Vogelarten passen sich dem Menschen derart an: Mehlschwalben bringen als Symbole des beginnenden Frühlings Leben in die Städte oder an die Häuser. Doch nicht jeder erfreut sich dieser flinken Frühlingsboten.

Aussehen

Der Singvogel gehört zur Familie der Schwalben. Sein Markenzeichen ist ein leuchtend weißer Bürzel, der sich kontrastreich von der metallisch blau-schwarzen Oberseite seines Gefieders abhebt. Mit Ausnahme der Schwanzfedern ist er auch bäuchlings rein weiß gezeichnet. Verglichen mit der bekannten Verwandten, der Rauchschwalbe, ist die Mehlschwalbe mit etwa 13 Zentimeter kleiner und gedrungener. Ihre Flügel und ihr Schnabel sind kürzer. Der relativ kurze Schwanz zeichnet sich durch eine deutliche Gabelung aus.

Jungvögel unterscheiden sich von adulten Tieren deutlich: Mit einer bräunlich bis bräunlich-schwarzen Körperoberseite fehlt ihnen noch die charakteristisch glänzende blau-schwarze Färbung. Auch der ansonsten mehl- bis reinweiße Bürzel ist zunächst grau gefärbt.

Vorkommen

Zu den zehn häufigsten Brutvögeln zählend, weist die Mehlschwalbe ein großes Verbreitungsgebiet auf: Von West-Europa über Nordwest-Afrika bis Ost-Sibirien, Mongolei und Nord-China und West-Himalaya. Nach der Rückkehr aus ihrem afrikanischen Winterquartier südlich der Sahara beginnen die Vögel ab Mai ihre Brutzeit in unseren Breiten. Für den Nestbau aus Ton und Lehm bevorzugen sie raue Außenfassaden von Gebäuden, geschützt unter Dachüberständen oder auf Balkonen. Dabei ‚wirtschaften‘ sie besonders sparsam: Sie nutzen ihre Nester jedes Jahr wieder, sofern diese noch vorhanden sind.

Zwar gehört die Mehlschwalbe mit einem Gesamtbestand von zehn Millionen Brutpaaren noch immer zu den häufigsten Vögeln Mitteleuropas. Ihr Bestand geht jedoch seit Jahren zurück. Teilweise sind klimatische Bedingungen für den Rückgang verantwortlich. Zunehmend liegen die Gründe aber in fehlenden Brutmöglichkeiten sowie der mutwilligen Zerstörung von Nestern. Dabei können kleine Hilfsmaßnahmen Abhilfe schaffen: Ein kleines Brett unterhalb des Nestes fängt den Schmutz durch Kot und Nistmaterial auf.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Gerade die Vorliebe dieser Singvögel, ihre Brutstelle in menschlichen Siedlungen aufzubauen, kommt Vogelbeobachtern zugute. Von April bis September stehen die Chancen in unseren Breiten gut: Mit einem aufmerksamen Blick entlang von Häuserfassaden und verwinkelten Überständen erspäht man mit Sicherheit ein napfförmiges Nest, aus dem der kleine, flinke Vogel hervorkommt. Häufige Bettellaute lassen ebenfalls auf einen Unterschlupf voll junger Schwalben schließen. Doch allein an ihrer charakteristischen Flugweise, ihrer hervorstechenden weißen Unterseite sowie ihrem leisen, zwitschernden Ruf lässt sich die Mehlschwalbe leicht erkennen.

Foto: © Sergey Yeliseev / flickr.com

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