Ohrentaucher – Flamme des Nordens

Ohrentaucher – Flamme des Nordens

Mit seinen leuchtend orangefarbenen Ohrbüscheln und dem roten Auge ist der Ohrentaucher im Prachtkleid unverwechselbar. Er bewohnt die nördlicheren Regionen der Erde, ein kleiner Bestand behauptet sich auch in Schleswig-Holstein.

Aussehen

Ohrentaucher werden bis zu 22 cm lang, meist sind die Männchen ein wenig größer als die Weibchen. Bei dieser Art gibt es kaum Geschlechtsdimorphismus, das heißt, Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich und können durch bloße Beobachtung kaum unterschieden werden.

Im Prachtkleid erscheint der Ohrentaucher im wahrsten Sinne des Wortes in prachtvoll gefärbtem Federkleid. Brust, Schultern und Flanken sind rötlich braun, die Unterseite des Rumpfes weiß. An einen schwarzen Rücken schließen sich braune Flügel mit weißer Unterseite an.

Am spektakulärsten ist jedoch der Kopf: auf schwarzem Grundgefieder stechen lange, gelbrote Federn hervor, die von Auge bis Hinterkopf eine Art Kranz bilden und auch aufgestellt werden können. Das intensiv rote Auge wird durch einen rötlichen Zügelstreif mit dem dunklen Schnabel verbunden.

Im Schlichtkleid sind die Ohrentaucher unauffälliger und tragen vor allem gräuliches Schwarz. Doch die Kopfzeichnung ist auch hier charakteristisch: eine klare Linie auf Augenhöhe trennt den schwarzen Oberkopf von den weißen Wangen, deren Farbe sich bis zum Hinterkopf ausdehnt. Kehle und Hals sind ebenfalls weiß, werden aber in Richtung Brust bräunlich. Die Iris ist im Schlichtkleid rosa.

Ohrentaucher Schlichtkleid

Foto: Fyn Kynd Photography (CC BY 2.0)

Vorsicht: Im Schlichtkleid können Ohrentaucher bei ungenauem Hinsehen leicht mit dem Schwarzhalstaucher verwechselt werden! Dieser ist ebenfalls schwarz und weiß gefärbt, hat aber eine viel steilere Stirn und der Farbwechsel am Kopf ist nicht so präzise wie beim Ohrentaucher.

Vorkommen

Ohrentaucher haben ihr Brutgebiet in den nördlichen Regionen der Erde. Skandinavien, Island und Schottland bieten ihnen gute Regionen, über Russland und Sibirien reicht das Gebiet bis nach Kamtschatka in den Osten hinein. Weitere größere Verbreitungsgebiete gibt es in Alaska und Westkanada.

Die einzigen bekannten Ohrentaucher in Deutschland haben seit etwa 1981 ein Brutgebiet in Schleswig-Holstein, ein Erfolg, der in Zukunft möglicherweise stabilisiert werden könnte.

Ohrentaucher sind zwar Zugvögel, legen aber nur kürzere Strecken zurück, etwa nach Spanien oder in die Türkei. Manche Populationen, etwa die in Schottland, bleiben oft auch im Winter in ihrem Brutgebiet.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Falls ihr im Urlaub zum Beispiel in Island oder Norwegen unterwegs seid, habt ihr an verschilften Teichen recht gute Gelegenheiten, Ohrentaucher zu beobachten. In Deutschland sind die Taucher, wie bereits bemerkt, vor allem in Schleswig-Holstein zu beobachten, hier kommen sie auch immer wieder als Durchzügler vor, etwa an der Eidermündung.

Im Sommer bewohnen Ohrentaucher schilfige, vegetationsreiche Süßwasserseen, die nicht selten in Waldgebieten liegen. Im Winter sind sie aber auch oft an den Meeresküsten zu finden.

Zur Nahrungssuche tauchen die schlanken Vögel mit dem Kopf unter Wasser, um kleine Fische oder Krebstiere zu erbeuten. Oft bleibt der Rücken an der Oberfläche, Ohrentaucher können aber auch mit einem kräftigen Satz nach vorne ganz untertauchen. Sie erwischen auch Insekten von der Wasseroberfläche und aus der Luft.

Ein schönes Gefieder verlangt natürlich regelmäßige Pflege, so dass man Ohrentaucher oft beim Putzen und Ölen beobachten kann. Besonders sehenswert ist die Seitwärtsdrehung im Wasser, um die weiße Unterseite zu putzen.

Eine informative Sammlung von Fotos und Videos des Ohrentauchers findet ihr in der Internet Bird Collection.

Foto: Connor Mah (Lizenz: CC BY-SA 2.0)

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