Reiherente – Zierde der Taucher

Reiherente – Zierde der Taucher

Immer mehr Reiherenten gibt es in Mitteleuropa. Grund genug, die geschickte Tauchente etwas besser kennen zu lernen. Mehr über Vorkommen, Merkmale und Verhalten der Reiherente erfahrt ihr im Reiherenten-Steckbrief.

Aussehen

Die Reiherente betreibt nicht viel Aufwand für ihr gutes Aussehen: Klein, kompakt und farblos müsste sie eigentlich hinter auffälligeren Wasservögeln zurückfallen. Dem ist aber nicht so: Das schillernd schwarz-weiße Federkleid des Erpels und der freche Schopf am Hinterkopf machen die Reiherente zu einem der anmutigsten Vögel in deutschen Gewässern. Daher wird sie traditionell als Ziervogel gehalten. Mit der deutlich größeren und bunteren Stockente teilt sie sich zwar zum Teil ihren Lebensraum, ist aber ansonsten nicht mit ihr zu verwechseln. Ähnlicher sieht die Reiherente der Bergente, doch der lange Schopf am runden dunklen Kopf des Erpels und der weiße kurze Schnabel sind deutliche Unterscheidungsmerkmale. Im Sommer sind Männchen und Weibchen nicht mehr so leicht zu unterscheiden. Das Schlichtkleid des Erpels ist wie das Federkleid der Ente dunkelbraun mit weißen Flanken, sodass die Unterscheidung schwer fällt.

Vorkommen

Die Reiherente gehört zu den verbreitetsten Enten Europas, unter den Süßwassertauchenten ist sie die häufigste. Ihr Verbreitungsgebiet lag ursprünglich in Osteuropa, seit dem 18. Jahrhundert dringt sie jedoch immer weiter gen Westen vor. Mittlerweile wird der mitteleuropäische Bestand auf 50.000 bis 90.000 Brutpaare geschätzt. Reiherenten sind in der Regel Zugvögel und verbringen den Winter in Mittel- und Westeuropa. Beliebte Überwinterungsorte liegen im Niederrheingebiet und an den Havelseen, auch an der Ostsee gehört sie zu den häufigsten Vögeln.
Allgemein lebt die Reiherente an Seen und Fließgewässern, gerne auch in städtischen Parkanlagen. Natürlich hängt ihr Lebensraum auch von ihrer Nahrung ab. Da sich die Reiherente überwiegend von Muscheln und Schnecken ernährt, findet ihr sie am ehesten an Gewässern mit hohen Vorkommen dieser Arten. Für die Reiherente ideal sind Verbreitungsgebiete der Dreikantmuscheln, besonders der immer häufigeren Wandermuschel.

Vogelbeobachtungs-Tipps

An der Reiherente gibt es wenig Interessantes zu hören, aber einiges zu sehen. Während sie abgesehen von einem dumpfen Trillern kaum Geräusche von sich gibt, kann sie Vogelbeobachter mit ihrem Balzverhalten beeindrucken. Ab November starten die Männchen ein vielfältiges Programm aus Schwimm- und Tauchvorführungen, und abwechselndem Kopfschütteln und Nicken. Ist die Balz erfolgreich, beginnen die Reiherenten im April mit dem Bau eines Nests im Schilf. Oft brüten sie auch gemeinsam mit Möwen oder Meerschwalben in Kolonien. Die frisch geschlüpften Reiherenten-Küken sind nicht weniger geschickt als ihre Eltern: Bereits wenige Stunden nach dem Schlüpfen können die Jungvögel tauchen. Im Laufe ihres Lebens erreichen Reiherenten Tauchrekorde von zwei Metern Tiefe und 25 Sekunden Länge.
Leider ist das Verhältnis von uns Menschen zu den Reiherenten leicht zwiegespalten. Auch wenn wir sie schon seit 300 Jahren als Ziervogel in Parks und Gärten halten, schießen wir sie zum Vergnügen ab. Als beliebter Jagdvogel ist die Reiherente auch heute noch monateweise zum Abschuss freigegeben.

Foto: © Fabio Sommaruga / pixelio.de

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