Der Schmarotzermilan – Aggressiver Futterdieb

Der Schmarotzermilan – Aggressiver Futterdieb

Der Schmarotzermilan ist einer der zahlreichsten Greifvögel im afrikanischen Raum. Um an seine Nahrung zu kommen, legt er spektakuläre Flugeinlagen ein und reißt anderen Raubvögeln die Beute aus den Krallen. Auch sein Revier verteidigt der eindrucksvolle Vogel mit großem Einsatz.

Aussehen

Da er dem Schwarzmilan äußerlich sehr ähnlich ist, werden die beiden Milan-Arten häufig zusammen geworfen. Jedoch haben DNA-Tests ergeben, dass der Schmarotzermilan als eine eigenständige Art betrachtet werden sollte. Der mittelgroße Greifvogel wird etwa 50 cm lang: Seine Größe lässt sich mit der eines Mäusebussards vergleichen. Seine dunkelbraunen bis schwarzen Schwingen spannen sich über 1,5 Meter. Anders als der Schwarzmilan hat der Schmarotzermilan einen tief gegabelten Schwanz und einen durchgehend gelben Schnabel. Auch die Beine und Krallen des Vogels sind gelblich gefärbt.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Schmarotzermilans ist sehr groß. Man trifft ihn hauptsächlich in der Subsahara und im Nordosten Afrikas auf beiden Seiten des Roten Meeres an. Sein bevorzugter Lebensraum sind weite Kulturlandschaften und Savannen, sowie flache Küstengebiete. Einige der Milane wechseln zum Winter ihren Standort.

Immer häufiger ist der Greifvogel in Städten und Siedlungen sowie an belebten Straßenrändern zu sehen. Vor allem Schlachtabfälle ziehen ihn in den urbanen Raum.

Verhalten und Wissenswertes

Der Schmarotzermilan zeigt das typische Verhalten eines Greifvogels. Er wartet auf einem erhöhten Ansitz, bis er seine Beute entdeckt hat. Er ernährt sich vorrangig von kleinen Säugetieren, Reptilien und sogar Käfern. Auch vor Aas und toten Fischen macht er nicht Halt. Erblickt er einen anderen Greifvogel mit frisch erlegter Beute, kommt es vor, dass er diesen in der Luft angreift und ihm die Nahrung aus den Krallen reißt. Anschließend läuft er jedoch Gefahr, die Beute wieder an seine Artgenossen zu verlieren. Daher verspeist er das Tier meist schon im Flug.

Die Brutzeit fällt in die Zeit zwischen Februar und Mai. Die Milanpärchen leben überwiegend monogam und kümmern sich um 2 bis 3 Eier. Vor allem das Männchen ist während dieser Zeit sehr aggressiv und verteidigt sein Revier lautstark. Der Horst befindet sich größtenteils auf Palmen, hohen Gebäuden oder in Ruinen.

 

Foto: Steve Slater (Lizenz: CC BY-ND 2.0)

 

Diesen Artikel empfehlen

Diskutieren Sie über diesen Artikel