Schwarzmilan – Wachsamer Segler

Schwarzmilan – Wachsamer Segler

Wenn ihr ihm zu nahe kommt, flieht er, aber von weitem ist der Schwarzmilan eine schöne Beobachtung.

Aussehen

Der Schwarzmilan sieht seinem nächsten Verwandten, dem Rotmilan, relativ ähnlich. Trotzdem kann man die beiden an einigen Details gut unterscheiden. Erstens ist der Schwarzmilan etwas kleiner als der Rotmilan: Seine Flügelspannweite beträgt zwischen 1,20 und 1,50 Metern. Zweitens fehlen dem einheitlich dunkelbraunen Vogel das rötliche Gefieder und die hellen Flügelfedern an der Unterseite. Beim Schwarzmilan sind nur Kopf, Kehle, Nacken und ein Band auf der Oberseite heller gefärbt. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zeigt sich erst im Flug deutlich: Im Gegensatz zum Rotmilan, welcher auch Gabelweih genannt wird, ist der Schwanz des Schwarzmilans kaum gegabelt und beinahe dreieckig. Einige Details, wie die Färbung des Schnabels, unterscheiden sich bei den einzelnen Unterarten des Schwarzmilans: In Europa ist dieser jedoch immer gelb mit schwarzer Spitze.

Vorkommen

Der Schwarzmilan hat als weltweit häufigster Greifvogel ein riesiges Verbreitungsgebiet. Obwohl in Europa insgesamt ein leichter Rückgang zu verzeichnen ist, sind die Zahlen für Mitteleuropa stabil. In vielen Teilen Deutschlands wurde sogar eine Bestandszunahme vermerkt. Besonders häufig kommt er in Süddeutschland zum Beispiel am Ammersee, in Mitteldeutschland an der Mecklenburgischen Seenplatte und den Gewässern Brandenburgs, aber auch in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen vor. Die europäischen Vögel leben bevorzugt in Gewässernähe, gerne bei Seen oder in Aulandschaften. Zum Brüten nutzen sie normalerweise einzeln oder am Waldrand stehende Bäume – haltet dort nach ihren Nestern Ausschau. Zum Überwintern verlässt uns der Schwarzmilan aber dann doch: Im Oktober oder November zieht er los nach Zentral- oder Südafrika und kehrt erst im März oder April zurück.

Vogelbeobachtungs-Tipps

An sich habt ihr gute Chancen, einen Schwarzmilan mal in freier Wildbahn zu beobachten. Der Greifvogel ist tagaktiv, döst mittags gerne und setzt sich schon bei Dämmerung zur Ruhe. Allerdings ist er sehr scheu gegenüber Menschen, und verschwindet schon bei geringer Störung aus dem Sichtfeld. Seid also bei der Beobachtung sehr vorsichtig und stört ihn nicht, sonst kann es sogar zu Brutausfällen kommen. Die besten Chancen auf eine Sichtung habt ihr vermutlich, wenn der Schwarzmilan im niedrigen Segelflug die Landschaft oder das Wasser auf der Suche nach Nahrung überfliegt. Dabei hält er Ausschau nach lebender Beute, aber auch nach Aas oder sogar Abfällen. Sehr schöne Aufnahmen von spanischen Schwarzmilanen bei der Suche nach Aas zeigt das folgende Video:

Im Grund genommen ist nichts bis zur Größe eines kleinen Hasen vor dem stattlichen Vogel sicher. Wenn zum Beispiel ein Tier auf der Autobahn überfahren wird, ist er oft der erste vor Ort. Wenn nicht, jagt er anderen Vögeln wie Möwen, Störchen und Eisvögeln ihre Beute durch hartnäckiges Mobbing wieder ab. Es müssen sich also nicht nur Beutetiere, sondern auch andere Vögel vor dem wachsamen Segler in Acht nehmen.

>> Greifvögel sieht man selten aus nächster Nähe. Damit ihr ihn auch von weitem erkennt, könnt ihr auch hier sein Flugbild einprägen!

>> Die beinahe weltweite Verbreitung des Schwarzmilans zeigt sich auch auf den internationalen Briefmarken mit seinem Abbild.

Foto: Arend (Lizenz: CC BY 2.0 – Bildausschnitt vom Original geändert) / flickr.com

Diesen Artikel empfehlen

Diskutieren Sie über diesen Artikel