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Schwarzbrauenalbatros

Von weitem ist der Schwarzbrauenalbatros beeindruckend grazil, doch aus der Nähe macht er mit seinen starken Augenbrauen einen leicht miesepetrigen Eindruck.

Aussehen

Der Schwarzbrauenalbatros ist die häufigste und am weitesten verbreitetste Albatros-Art. Trotz einer Flügelspannweite von fast 2,50 Metern zählt er zu den kleinsten unter den Albatrossen. Unter Artgenossen ist er an sich einfach zu identifizieren: Die namensgebenden dunkle Augenbrauen sind dabei das beste Erkennungsmerkmal. Neben dem gelben Schnabel sind sie besonders auffällig. Ein weiteres Kennzeichen des Schwarzbrauenalbatros sind die breiten schwarzen Flügelkanten der schmalen Flügel auf dem ansonsten reinweißen Gefieder.

Vorkommen

Eigentlich lebt der Schwarzbrauenalbatros fast ausschließlich im Südpolarmeer und brütet auf Inseln rund um den Südpol. Doch zu jeder Regel gibt es Ausnahmen: In seltenen Fällen wurde der kleine Albatros auch schon im Nordatlantik, extrem selten sogar in Mitteleuropa gesichtet. Aktuell haben deutsche Vogelbeobachter Glück: Im Frühjahr 2014 zeigte sich ein einzelner Schwarzbrauenalbatros über Helgoland. Und es kam noch besser: Im April und Mai 2015 kehrte der Vogel wieder nach Helgoland zurück – und ließ sich sogar von Vogelbeobachtern aus nächster Nähe fotografieren. Jetzt ist natürlich die Hoffnung groß, dass er auch 2016 wieder über der Nordseeinsel anzutreffen sein wird. Für die ambitionierten Vogelbeobachter unter euch lohnt sich eine Frühjahrs-Reise nach Helgoland auf jeden Fall!

Nicht nur wegen seiner grazilen Gestalt, auch wegen seiner Seltenheit ist jede Beobachtung des Schwarzbrauenalbatros wertvoll. Wie die meisten Albatrosse steht er auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Gerade die Fischerei stellt für den großen Meeresvogel eine Gefahr dar. Tödliche Langleinen mit zahllosen Haken voller verlockender Fischköder haben etliche Albatrosse auf dem Gewissen.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Der Schwarzbrauenalbatros, von Seeleuten auch Mollymauk genannt, ist vor allem bei Sturm ein Flugkünstler. Doch auch bei ruhiger See fühlt er sich wohl: Stundenlang kann er praktisch bewegungslos dicht über den Wellen schweben – alles aufgrund seiner hervorragenden Aerodynamik. Während dieser Gleitflüge hält er vermutlich Ausschau nach seiner Hauptnahrung aus Tintenfischen, Krebsen und Krill. Auch Meerwasser nimmt er übrigens auf und pustet das überschüssige Salz wieder aus der Nase.

Seine Grazie in der Luft und seine Seltenheit machen den Schwarzbrauenalbatros zu einer wunderbaren Beobachtung für Vogelfans. Doch nicht immer benimmt er sich so manierlich wie über Wasser. Beim Brüten hat er als Schutz vor Feinden einen miesen Trick parat. Dann bespritzt er den Angreifer mit ranzigem Öl aus seinen Nasenlöchern. Man kann nur hoffen, dass der Helgoland-Besucher solches Benehmen nicht an der Nordsee einführt.

Der Albatros ist mit seiner enormen Flügelspannweite ein rekordverdächtiger Vogel. Weitere Rekorde aus der Vogelwelt findet ihr bei uns im Magazin!

Bei einem Forschungsprojekt wurden einige Albatrosse mit speziellen Rückenkameras ausgestattet. Die Fotos, welche die Schwarzbrauenalbatrosse dabei geschossen haben, könnt ihr euch bei Spiegel Online ansehen.

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