Feldhase – Von Osterhase bis Meister Lampe

Feldhase – Von Osterhase bis Meister Lampe

Kaum eine Tierart ist in so vielen Geschichten vertreten wie der Feldhase. Auch als beliebter Osterhase versteckt er jedes Jahr für zahlreiche Kinder bunte Eier und kleine Osternester. Wir stellen den Osterhasen, pardon – Feldhasen, vor.

Der Feldhase ist kein Kaninchen

Wichtig ist vor allem die Unterscheidung zwischen Feldhase und Kaninchen, das oft auch Stallhase genannt wird. Während das Kaninchen als Haustier bei Kindern sehr beliebt ist, ist ein Feldhase ein Wildtier und kann nicht als Haustier gehalten werden.

Der Feldhase ist größer als ein Kaninchen, besitzt längere Ohren und Beine. Mithilfe seiner großen Ohren, auch Löffel genannt, kann der Feldhase nicht nur sehr gut Geräusche wahrnehmen, sondern diese auch orten. Anhand der Ohrenstellung kann man die Stimmung des Hasen ablesen. Sein Fell ist am Bauch cremefarben und am restlichen Körper graugelb bis rotbraun gefärbt. Durch Sprenkel in dunkleren Farbtönen und auch durch das gebogene dunklere Deckhaar und das helle Wollhaar entsteht eine Art fleckige Färbung, die dem Feldhasen zur Tarnung dient. Das Auge des Feldhasen ist ebenfalls gelb bis braun. Bei Gefahr presst der Feldhase sich dicht an den Boden und flüchtet erst im letzten Augenblick, dann aber mit Geschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometern pro Stunde.

Während das Kaninchen auch im Wald, in Parks oder sogar auf Friedhöfen vorkommen kann, sind Feldhasen wie der Name es schon sagt, vorwiegend auf Feldern zuhause. Sie ernähren sich ausschließlich von Pflanzen, vorwiegend Gräsern und Knollen. Beobachten kann man den Feldhasen in der Morgen- und Abenddämmerung, wie er auf Feldern äst und regelmäßig mit gespitzten Ohren nach Feinden ausspäht.

Verwaiste Feldhasen nicht mitnehmen

Der Feldhase gräbt keinen Bau wie das Kaninchen, sondern scharrt nur eine Mulde im Feld aus – die sogenannte Sasse. In dieser Mulde lässt der Feldhase seine Jungen zurück, während er nach Nahrung sucht. Erst abends kehrt die Häsin zum Säugen ihrer Jungen zurück. Die kleinen Häschen, die im Gegensatz zu Kaninchen mit Fell geboren werden, sind durch Ihre Tarnung vor Feinden geschützt. Oft nehmen jedoch unbedachte Wanderer die vermeintlich verwaisten kleinen Feldhasen mit nach Hause. Davon raten Experten in jedem Fall ab! Der Feldhase ist ein Wildtier mit großem Bewegungsdrang und kann nicht wie ein Kaninchen im Stall gehalten werden! Lassen sie die kleinen Feldhasen also ruhig in der Sasse sitzen und fassen Sie ihn möglichst nicht an, außer natürlich, die kleinen Häschen sind verletzt. Sie können, wenn Sie sich unsicher sind ob der Feldhase versorgt wird, im Abstand einiger Tage wieder nach ihm sehen, da Hasen Ihre Sasse kaum wechseln.

Der Feldhase ist eine gefährdete Art

Da der Feldhase auf Wiesen mit Ödlandstreifen und großer Kräuterauswahl angewiesen ist, wird er durch die Intensivierung der Landwirtschaft zunehmend verdrängt. Zudem hat der Feldhase viele natürliche Feinde, darunter auch Hunde und Katzen – sodass die Hälfte der Feldhasen kein Jahr alt wird.

Foto: © Mark Medcalf – shutterstock.com

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