Naturfilmer Hans-Jürgen Zimmermann stellt sich vor

Naturfilmer Hans-Jürgen Zimmermann stellt sich vor

Natur- und Tierfilme ermöglichen es uns, vom heimischen Wohnzimmer aus interessante Tiere und Naturereignisse hautnah zu beobachten. Der Tierfilmer Hans-Jürgen Zimmermann hat mittlerweile über 150 Naturfilme gedreht und erzählt uns von seinem außergewöhnlichen Beruf.

Vogel & Natur: Zuallererst stellt sich natürlich die Frage – wie kamen Sie darauf, Natur- und Tierfilmer zu werden?

Hans-Jürgen Zimmermann: Schon als Kind habe ich in der Natur viel erlebt und immer viel Spaß gehabt. Als ich etwa zehn Jahre alt war,  wurde ich zu einer Naturfilmvorführung eingeladen. Und ich war so begeistert, dass ich gesagt habe „Das möchte ich auch machen!“

Vogel & Natur: Und wie haben Sie sich diesen Traum erfüllt?

Hans-Jürgen Zimmermann: Über Umwege: Da ich „etwas Vernünftiges“ lernen sollte, wurde ich zunächst Maschinenbauer, habe aber immer mit einem Auge auf die Naturfilmerei geschielt. Und mit 25 habe ich dann mein Erstlingswerk, einen Film über die Falknerei, gedreht. 1977 folgte mein erster Film für das deutsche Fernsehen: „Fliegende Unterwasserjäger“. Das war dann mein Einstieg – seitdem bin ich Natur- und Tierfilmer.

Vogel & Natur: Sie haben hauptsächlich für das Fernsehen gedreht, mittlerweile aber auch für das Kino. Davon abgesehen sehen viele Kinder Ihre Filme in der Schule, zum Beispiel im Biologieunterricht – freut Sie das?

Hans-Jürgen Zimmermann: Auf jeden Fall! Das ist für mich ein ganz wesentlicher Aspekt. Ich hab ja selber als Kind diesen „Klick“-Effekt gehabt. Über Naturfilme sollen Kinder an die Natur herangeführt werden. Zu meiner Zeit war man froh, wenn man raus konnte und hat dabei zufällig Vogelnester gefunden oder ein Tier beobachtet. Heute ist das nicht selbstverständlich, dabei ist die Natur gerade für Kinder etwas ganz Besonderes. Das sieht man, wenn ein Kind mit in der Natur ist – beispielsweise wenn es einen Jäger nur zum Beobachten auf den Hochsitz begleiten darf. Die Kinder sind von den Erlebnissen und der Beobachtung begeistert, denn es gibt so viel zu entdecken!

Vogel & Natur: Davon abgesehen, dass Sie Kinder mit Ihren Filmen an die Natur heranführen möchten, verfolgen Sie mir Ihren Naturfilmen noch andere Intentionen?

Hans-Jürgen Zimmermann: Ich will künftig vor allem schöne Filme machen, die die Leute erfreuen. Deshalb erzähle ich auch in meinen neuen Filmen kaum etwas von der Zerstörung der Natur. Nur ganz am Schluss, sozusagen im letzten Satz, sage ich dann nochmal „Helft mit, diese Natur zu erhalten – denn nichts bleibt so wie es ist.“ Ich denke auch über die schönen Filme weckt man das Interesse an der Natur. Wenn jeder sieht, wie schön unsere Natur in Deutschland ist, dann kann man den Zuschauern auch die Augen öffnen und das Umweltbewusstsein stärken.

Vogel & Natur: Sie haben schon die Zerstörung der Natur angesprochen, auf die natürlich aufmerksam gemacht werden muss und die Thema vieler Naturfilme ist. Denken Sie, dass Naturdokumentationen etwas bewegen können? Drehen Sie selbst auch kritische Filme?

Hans-Jürgen Zimmermann: Früher habe ich in vielen Filmen sehr kritische Themen behandelt und hinterfragt.  Wer so lange dabei ist wie ich, dann weiß man, dass man mit einem Naturfilm nicht den Hebel komplett umlegen kann. Andererseits kann man natürlich das Problembewusstsein fördern. Beispielsweise  kritisiere ich in einem meiner älteren Filme die Kiesindustrie sehr stark. Für diesen Film habe ich sogar einen Preis gewonnen. Selbst die Kiesindustrie hat sich einsichtig gezeigt und hat anerkannt, dass auch die Industrie etwas für den Erhalt der Natur unternehmen muss.

Also kann man auf jeden Fall mit Naturfilmen das Bewusstsein für die Natur und die Tiere stärken – sowohl mit kritischen, als auch mit einfach nur schönen Filmen. Wie viel Arbeit für einen einzigen Naturfilm nötig ist und woher Hans-Jürgen Zimmermann  seine Ideen nimmt, darum geht es im nächsten Teil unseres Interviews.

Foto: © www.deutschlands-wilde-voegel.de

Interview Teil 2 – Wie entsteht ein Naturfilm? >>>

Interview Teil 3 – Neuer Naturfilm: Deutschlands wilde Vögel >>>

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3 Kommentare

  1. Roland Schwark 3. Oktober 2013 um 01:31 Uhr

    „Deutschlands Wilde Vögel“
    Der Kino-Trailer hat mich schon sehr beeindruckt ..
    Auf der Startseite meiner Hompage gerne verlinkt !
    Als Hobby-Fotograf und Exkursitionsleiter „Wildgänse“ bei der Nabu-Naturschutzstation-Niederrhein“ freue ich mich schon auf das Ergebnis Deiner Bemühungen !
    Den Film, werde ich mir auf jeden Fall ansehen !!
    LG Roland

    • Christian Kolbe 8. Oktober 2013 um 09:09 Uhr

      Danke für dein Interesse an unserer Arbeit und der von Hans-Jürgen Zimmermann.

  2. Lothar Spillmann 10. Dezember 2013 um 19:16 Uhr

    Der auf Aal dressierte Seeadler in Mecklenburg-Vorpommern ist kein wilder Vogel mehr (letzte Sequenz des Films). Man sollte diesen Zirkus schleunigst beenden und den Adler der Wildnis zurückgeben. Die Vorfuehrung hat keinen Platz im Film.

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