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Allgemein Vogel der Woche

Tordalk – Ein Meister der Tiefsee

Tordalk – Ein Meister der Tiefsee
Name Tordalk (Alca torada)
Größe 37-43 cm
Verbreitung Küsten des Nordatlantik, Nord- und Ostsee
Lebensraum Felsige Küstenregionen, offenes Meer
Brutzeit Mai – Juli
Nahrung kleinen Meeresfischen, Krebs- und Weichtieren

Der heutige Vogel im Portrait ist ein wahrer Tieftaucher, der die Küsten des Nordatlantiks mit seinem markanten Erscheinungsbild und seinem faszinierenden Verhalten bereichert. Neben den zahlreichen Lummen auf der Insel Helgoland kann man gelegentlich auch einen Tordalken erspähen. Erfahre mehr über sein Vorkommen, sein Verhalten und die Herausforderungen, mit denen er konfrontiert ist, während er in den Weiten des Meeres nach Nahrung sucht.

Aussehen

Der Tordalk teilt seine Gestalt und das Gefieder mit der Trottellumme, zeichnet sich jedoch durch markante Unterschiede aus. Im Gegensatz zum spitzen, flachen Schnabel der Trottellumme besitzt der Tordalk einen höheren und an den Seiten abgeflachten, kantigen Schnabel mit einem charakteristischen Haken. Zudem ist der Schnabel, auch Rasiermesserschnabel genannt, mit feinen weißen Linien verziert. Eine solche Linie erstreckt sich oberhalb des Schnabels bis nahe an die Augen. Während der Kopf ähnlich der Trottellumme schwarz ist, zeigt das Gefieder des Tordalks ein intensiveres Schwarz im Vergleich zum braunschwarzen Rücken der Trottellumme. Seine kräftigen Flügel sind an der Oberseite mit einem weißen Hinterrand ausgestattet, der im Flug besonders hervorsticht. Die schwarzen Läufe und deutlich erkennbaren Schwimmhäute zwischen den Zehen sind essenziell für das Tauchen und Jagen unter Wasser.

Vorkommen

Der Tordalk ist ein charakteristischer Bewohner der kühlen Gewässer des Nordatlantiks und brütet vornehmlich auf abgelegenen, felsigen Inseln und Küstenregionen. Diese Gebiete bieten ihm nicht nur die notwendigen Nistplätze, sondern auch reichhaltige Jagdgründe, die für seine Ernährung wichtig sind. Seine Präsenz erstreckt sich von den nordöstlichen USA, über Grönland und Island, bis hin zu den Küsten Nordeuropas, einschließlich der Nord- und Ostsee. 


In Deutschland ist der Tordalk besonders auf der Insel Helgoland zu beobachten, die als Deutschland die einzige Hochseeinsel einzigartige Bedingungen bietet, die der Tordalk bevorzugt. In Felshöhlen und Nischen am Lummenfelsen brüten einige wenige seit Ende der 80 Jahre am Rand der großen Kolonien der Lummen. Jährlich zieht es Tordalke zur Brut und Aufzucht der Jungen hierher, was die Insel zu einem wichtigen Zufluchtsort und einem begehrten Ort für Vogelbeobachtungen macht. Aufgrund der äußerlichen Ähnlichkeit mit den Lummen ist eine fachmännische Hilfe und ein gutes Fernglas erforderlich.

Verhalten und Wissenswertes

Der Tordalk ist kein besonders guter Flugkünstler, seine Fähigkeiten liegen eher im Tauchen. Er kann bis zu über 100 Meter unter die Wasseroberfläche vordringen. Diese Fähigkeit, unter Wasser zu „fliegen“, ähnlich den Pinguinen, ermöglicht es ihm, mit beeindruckender Geschwindigkeit Fische und andere Beutetiere zu jagen. Über das Jahr hinweg demonstriert der Tordalk ein faszinierendes Sozial- und Brutverhalten. Die Vögel pflegen monogame Partnerschaften, die häufig ein Leben lang halten, und zeigen eine außergewöhnliche Treue zu ihren Brutplätzen, an die sie jährlich zurückkehren, um genau ein Ei zu legen.

Die Population des Tordalks ist durch Fischerei, Meeresverschmutzung und Habitatverlust eher bedroht, wobei Plastik und Fangnetze besonders risikoreich sind. Dennoch demonstriert der Tordalk eine beeindruckende Anpassungsfähigkeit und repräsentiert die biologische Vielfalt des Nordatlantiks und unterstreicht somit die Wichtigkeit seines Schutzes für die Erhaltung der Meeresbiodiversität.

Titelfoto von chrisstenger auf Pixabay

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