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Subantarktis – ein verborgenes Paradies

Subantarktis – ein verborgenes Paradies

Im Süden Neuseelands befindet sich eine Inselgruppe, die mit ihrer atemberaubenden Natur besticht und viele einzigartige Pflanzen- und Vogelarten beheimatet. Die subantarktischen Inseln sind ein kleines Paradies für Forscher und Fotografen. Für den herkömmlichen Tourismus sind sie jedoch nicht zugänglich, da sie Teil des UNESCO-Weltnaturerbes sind und somit besonderen Schutz genießen. In diesem Blogbeitrag erfahrt ihr, was diese Inseln besonders macht und welche Vogelarten dort heimisch sind.

Aufblühen in der Isolation 

Als Subantarktis bezeichnet man den Bereich auf der Südhalbkugel, wo das kalte Wasser der Antarktis unter das warme Wasser der Subtropen sinkt. Dort befinden sich auch die subantarktischen Inseln Neuseelands. Diese bestehen aus fünf Inselgruppen, den Snares Inseln, den Auckland Inseln, den Campbell Inseln, den Antipoden Inseln und den Bounty Inseln. Diese sind teilweise hunderte Kilometer von Neuseeland und voneinander entfernt.

Die Abgeschiedenheit der einzelnen Inselgruppen verspricht eine reiche Flora und Fauna, die ohne das Einwirken des Menschen gedeihen kann. Seit 1998 gehören die Inseln zum UNESCO-Weltnaturerbe. Sie sind weitgehend unberührt und können sich individuell entwickeln. Einige der Pflanzen-und Tierarten kommen endemisch vor, sie sind also einzigartig für ihre Geographie und ihre Insel. Diese Umstände sorgen dafür, dass Forscherinnen und Forscher Rückschlüsse auf evolutionäre Prozesse ziehen können. Besonders charakteristisch sind die sogenannten „Megaherbs” – Pflanzen mit besonders großen Blättern und Blüten. Anhand dieser bunten Pflanzen kann geforscht werden, wie sie sich den klimatischen Bedingungen angepasst haben.

Land und Meer im Einklang

Zusätzlich zu den geschützten Inseln gibt es auch Schutzgebiete im Meer. Das sorgt dafür, dass der Fischfang stark eingeschränkt und überwacht wird. Seevögel, wie der Wanderalbatros, sind häufig Opfer des Fischfangs. Jährlich brüten hier tausende Paare, die nur für die Fortpflanzung zu ihrem Geburtsort zurückkehren. 

Die Gewässer der Subantarktis haben eine reiche Population an Schwertwalen und Robben. So pflanzen sich auf den Inseln 95% der Gesamtpopulation der Neuseeländischen Seelöwen fort. Im Meer herrschen außerdem ideale Bedingungen für die Fortpflanzung des Südlichen Glattwals (auch Südkaper genannt). Weitere Walarten, wie der Buckel- oder Blauwal, sind häufige Besucher.

Insgesamt nisten auf den subantarktischen Inseln 40 verschiedene Seevogelarten von denen 8 nirgendwo anders brüten. Seevögel stellen somit eine Verbindung zwischen dem Leben auf der Insel und dem Meer her. Sie übernehmen wichtige Funktionen an der Küste und auf hoher See, wo sie sich von kleinen Fischen, Weichtieren und Krill ernähren. Viele dieser Arten sind bedroht oder stark gefährdet, weshalb sie auf den subantarktischen Inseln Neuseelands den Schutz bekommen, den sie brauchen.

Eine Rotschnabelmöwe kümmert sich um ihre Küken im gemütlichen Nest, während ein zweiter Vogel im Hintergrund Wache hält.
Foto von Bernard Spragg auf Flickr

Reiche Vogelwelt

Die Inseln der Subantarktis beheimatet 126 Vogelarten, von denen einige nur dort vorkommen. Auf den Auckland Inseln ist zum Beispiel der stark gefährdete Gelbaugenpinguin (Megadyptes antipodes) zu finden. Der flugunfähige Vogel ist in Neuseeland endemisch und verfügt zusätzlich über ein nur kleines Brutgebiet. 

Wer schon einmal in Neuseeland war, könnte sogar über den Gelbaugenpinguin gestolpert sein. Trotz seiner Seltenheit geht der Pinguin von Hand zu Hand, und zwar auf der neuseeländischen Fünf Dollar-Note. 

Der Dunkle Sturmtaucher (Ardenna grisea) kommt zwar aus Neuseeland, ist aber als Zugvogel auch mal an der Nordseeküste zu beobachten. Vor allem im Herbst lohnt es sich, die Augen offen zu halten. Ihr erkennt ihn an den leichten Wellungen auf der Flügeloberseite. Ansonsten ist der Dunkle Sturmtaucher eher unscheinbar. Je nach Licht erhält sein Gefieder einen braunen Schimmer. Die Flügel sind spitz und schmal, die Unterseite weiß bis silbrig. Weitere seltene oder sehenswerte subantarktische Vogelarten findet ihr in der folgenden Liste:

  • Aucklandscharbe (Leucocarbo colensoi)
  • Bountyscharbe (Leucocarbo ranfurlyi)
  • Krickente (Anas crecca)
  • Rotschnabelmöwe (Chroicocephalus scopulinus)
  • Schnepfen (Scolopacidae)
  • Sittiche (Ordnung der Psittaciformes)

Titelfoto von Jan Helebrant auf Flickr

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