Auerhuhn – bedrohtes Wappentier

Auerhuhn – bedrohtes Wappentier

Wer würde ihn nicht gerne mal sehen, den größten Hühnervogel Europas, ein Wappentier majestätischer Gestalt? Doch gerade unsere Neugier und unser Vordringen sind es, die das Auerhuhn bedrohen. Um sein Überleben zu sichern, müssen wir uns um den Schutz des Auerhuhns kümmern.

Aussehen

Auerhahn und Auerhenne trennen charakteristische Unterschiede. Auf der einen Seite ist da der prachtvolle Auerhahn, bräunlich-dunkelgrau gefärbt mit einer metallisch schimmernden Brust und so groß wie eine Gans. Auf der anderen Seite entdecken wir die gedeckt braun und schwarz gemusterte Auerhenne, nur so groß wie ein Haushuhn. Ein auffallendes Merkmal beider ist die so genannte Rose, eine leuchtend rote Stelle direkt über den Augen. Ebenso auffällig sind die gefiederten Füße des Auerhuhns, welche auch seine Zuordnung zu den Raufußhühnern erklärt.

Vorkommen

Der Lebensraum des Auerhuhns erstreckt sich über Nadel-, Misch- und Laubwaldzonen von Schottland über Nordeuropa bis in den Osten Zentralsibiriens. In Europa lebt das Auerhuhn vorwiegend in luftig bewaldeten Höhenlagen. Zumindest ursprünglich: Heute ist das Auerhuhn in Deutschland sehr selten und als vom Aussterben bedrohtes Tier auf der Roten Liste des Artenschutzes zu finden. Schuld hat – wie so oft – der Mensch. Da das Auerhuhn ein unflexibler Vogel ist, konnte es sich auf die Einschränkung des Lebensraums durch menschliche Infrastruktur nicht einstellen. Jagd, Abholzung und nicht zuletzt Tourismus haben die Bestände in den letzten Jahren extrem verringert. Als Konsequenz sind die verbleibenden Auerhuhn-Gruppen so isoliert, dass der eingeschränkte Genpool ihrem Überleben schadet.

Vogelbeobachtungs-Tipps

In Deutschland findet sich die größte verbleibende Population des Auerhuhns im Schwarzwald, weitere Auerhuhn-Bestände kann man im Fichtelgebirge, im Bayrischen Wald, im Erzgebirge oder im Harz antreffen. Neben seinem charakteristischen Aussehen prägt sich der Auerhahn bei seiner Balz ein: Dann schlägt es Auerhahn ein Rad mit seinen Schwanzfedern und wiederholt seinen typischen Balzruf aus Klicken und Zischen jeden Morgen mehrere hundert Mal. Beim Flug werdet ihr das Auerhuhn eher selten beobachten können. Da es ein eher schwerfälliger Flieger ist, flieht es selbst bei drohender Gefahr eher zu Fuß.

Aufgrund der stärken Gefährdung dieser Art wollen wir euch an dieser Stelle zur Vorsicht aufrufen: Kommt dem Auerhuhn nicht zu nahe! Diese Tiere sind wahnsinnig scheu und stressanfällig, deswegen dürfen wir sie nur aus großem Abstand beobachten. Auch bei der Vogelbeobachtung müssen wir alle aufpassen, damit das Auerhuhn bald nicht nur noch auf Bierdeckeln zu sehen ist.

Foto: © Thorben Wengert / pixelio.de

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