Felsenschwalbe – Unscheinbare Flugkünstlerin

Felsenschwalbe – Unscheinbare Flugkünstlerin

Die Felsenschwalbe hat zwar nicht das farbenfrohste Gefieder, macht aber mit ihren rasanten Flugkünsten trotzdem auf sich aufmerksam.

Aussehen

Die Felsenschwalbe ähnelt der Uferschwalbe, sie ist jedoch etwas kräftiger gebaut. Mit der hellen Brust und dem ansonsten bräunlichen Gefieder sehen sich die beiden Arten sehr ähnlich. Die Uferschwalbe hat jedoch ein braunes Brustband, welches bei der Felsenschwalbe fehlt. Ganz „schwalbenuntypisch“ ist der Schwanz kaum gegabelt. Weitere Merkmale sind weiße Schwanzflecke, die vor allem im Flug auffallen, und dunkle Unterschwanzdecken. Das Auge und der kurze, spitze Schnabel sind dunkel. Die Geschlechter unterscheiden sich bei dieser Art nicht voneinander.

Vorkommen

Die Felsenschwalbe ist ein robuster, vielseitiger Brutvogel – doch im Allgemeinen hat sie es gern warm. Deshalb fühlt sie sich im Nordwesten Afrikas sowie in Südwesteuropa wohl, außerdem am Mittelmeer und in den Balkanländern bis weit nach Zentralasien hinein. In Europa leben über 120.000 Brutpaare, die meisten davon in Spanien, Portugal und der Türkei. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass der Klimawandel ihr Verbreitungsgebiet mit der Zeit in den Norden verschieben wird.

Wie ihr Name schon vermuten lässt, brütet die kräftige Schwalbe an Felswänden, in Gebirgsschluchten und an Steilklippen. Dabei spielt es keine große Rolle, ob die felsige Wand zu einem Gebirge oder einer Küstenklippe gehört. Hauptsache, sie ist so gut wie möglich vor Wind und Feuchtigkeit geschützt und bietet genug Spalten und Nischen. Auch Kunstbauten und andere Gebäude mit abwechslungsreicher Oberfläche wurden schon von Felsenschwalben „zweckentfremdet“.

Verhalten und Wissenswertes

Zwischen Mai und Juli findet die Brutzeit statt. In warmen Jahren kann sich das Brutgeschäft allerdings bis Oktober verlängern, weil die Vögel die Zeit für eine zweite Brut nutzen. Aus Lehm und Speichel mauern sich die geschickten Vögel ein schalenförmiges Nest an die Felswand. Es ist oben offen und beinhaltet meist zwei bis fünf weiße Eier mit dunklen Sprenkeln. Die Brut dauert gute zwei Wochen, wobei hauptsächlich das Weibchen brütet. Die Jungen bleiben einen Monat im Nest und bekommen auch nach dem Ausfliegen noch Futter von den Eltern.

Schließlich will das Fliegen nach Felsenschwalben-Art erst gelernt sein. Die kleinen Vögel sind bemerkenswerte Flugkünstler und können noch die schwächste Luftströmung optimal ausnutzen. Bei ihren Kapriolen wenden sie auf engstem Raum, fliegen beinahe komplette Loopings und machen halsbrecherische Sturzflüge. Da überrascht es nicht, dass unsere Vögel der Woche auch die Jagd im Flug erledigen. Mit großem Geschick schnappen sie allerlei Insekten und Schmetterlinge aus der Luft.

Foto: Dirk-Jan van Roest (Lizenz: CC BY 2.0)

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