Uferschwalbe – Flugkünstler mit Baggerfüßen

Uferschwalbe – Flugkünstler mit Baggerfüßen

Die Uferschwalbe ist ein kleiner, wendiger Flugkünstler. Sie brütet in langen Röhren, die sie vorher mit erstaunlicher Kraft ins Erdreich schabt.

Aussehen

Die Uferschwalbe wird etwa 12 Zentimeter lang und nur 14 Gramm schwer, was sie zur kleinsten Schwalbenart Europas macht. Männchen und Weibchen ähneln einander sehr. Ihre Oberseite ist einheitlich braun oder braungrau. Über die weiße Unterseite zieht sich ein braunes Brustband. Am graubraunen Kopf seht ihr runde, dunkle Augen und einen kurzen, dunklen Schnabel. Der Schwanz ist ebenfalls eher kurz und nur leicht gegabelt.

Jungvögel erkennt man oft an ihrem leicht gescheckten Rücken und an einigen braunen Flecken im Bereich der Kehle.

Vorkommen

Unser Vogel der Woche ist eine recht großflächig verbreitete Art. Sie kommt in weiten Teilen von Nordamerika und Eurasien vor, allerdings nur im Tiefland. Die nördliche Grenze des Verbreitungsgebietes ist erst in Sibirien erreicht.

Ihren Namen hat die Uferschwalbe von ihren bevorzugten Brutplätzen. Diese befanden sich früher an den Steilufern und Abbruchkanten von Flussufern und Meeresküsten. Dabei nutzten die kleinen Vögel auch die Kraft des Hochwassers, welches die Landschaft immer wieder neu formte. Heute gibt es solche Plätze allerdings nur noch sehr selten, vor allem in Mitteleuropa. Als Ersatz dienen häufig Lehm- und Kiesgruben. Dort sind sie auch gar nicht so unerwünscht: In Deutschland haben sich sogar über 50 Abbaustätten zusammengeschlossen, um die Uferschwalben gemeinsam zu schützen.

Den Winter verbringen die zarten Vögel in Afrika, nördlich des Äquators. Jedes Jahr im April kehren sie von dort in ihre Brutgebiete zurück.

Verhalten und Wissenswertes

Ob Flussufer oder Kiesgrube: Hat eine Uferschwalben-Kolonie einen Brutplatz gefunden, geht ein buntes Treiben los. Die Vögel bauen keine Nester, sondern schaben mit Krallen und Schnäbeln lange Brutröhren in die Wand. Das Einflugloch hat eine querovale Form und die Röhre verläuft leicht nach oben. Am hinteren Ende entsteht ein etwas größerer Hohlraum, den die werdenden Eltern mit allerlei Halmen und Federn auspolstern. Das Gelege besteht aus fünf bis sechs Eiern und wird von beiden Altvögeln ausgebrütet. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungen noch etwa 20 Tage in der Bruthöhle und warten auf ihre Eltern, die unermüdlich Futter herbeischaffen.

Ähnlich wie Mauersegler sind Uferschwalben geschickte, wendige Flieger und erbeuten ihre Nahrung (meist kleinere Insekten) im Flug. Auch zum Trinken und Baden müssen sie nicht landen: sie schießen einfach flach über die Wasserfläche. Bei diesen Manövern können die Vögel Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde erreichen!

Unsere Vögel der Woche singen und rufen viel. Am häufigsten ertönt ein rauer, ein- bis zweisilbiger Ruf. Auf diese Weise können Partner und Familien einander erkennen.

Foto: Frank Vassen (Lizenz: CC BY 2.0)

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