Waldammer – Bodenbrüter mit Schauspieltalent

Waldammer – Bodenbrüter mit Schauspieltalent

Die Waldammer ist ein Brutvogel Nodeuropas, bei uns kann sie euch hingegen nur als seltener Durchzügler vor das Fernglas kommen. Mit seinem kontrastreichen Gefieder ist der Singvogel ein hübscher Hingucker.

Aussehen

Besonders die Männchen sind anhand ihres kräftig gefärbten Prachtkleides gut zu erkennen. Sie tragen ein schwarz-weißes, streifenartiges Kopfmuster, welches mit einer weißen Kehle abschließt. Der ansonsten ebenfalls weiße Bauch wird von ziegelrot gestrichelten Flanken begrenzt, auch das Halsband hat diese Farbe. Die Flügel tragen verschiedene Schattierungen von Schwarz, Weiß, Grau und Rotbraun.

Die Weibchen sind sehr ähnlich, aber blasser gefärbt. Im Allgemeinen tritt die Waldammer als kompakter, eher kleiner Singvogel auf: Sie wird etwa 14 Zentimeter lang und ist damit nur ein klein wenig größer als die Zwergammer. Bei beiden Geschlechtern sind die Schnabelbasis und die Beine hell rötlich.

Vorkommen

Die Waldammer ist ein Brutvogel des Nordens und kommt von Skandinavien über Russland bis zur Ostküste Asiens vor. Dort besiedelt sie am liebsten feuchte, sumpfige Wälder mit eher lockerem Baumbestand.

Als Zugvögel machen sich die Waldammern jedes Jahr auf den Weg nach Südostasien, um dort den Winter zu verbringen. Im April und Mai kehren sie dann wieder in ihre Brutgebiete zurück.

Verhalten und Wissenswertes

In der Brutzeit verhalten sich die Männchen sehr territorial und verteidigen ihre Reviere durch verschiedene Drohgebärden. Dazu gehört Aufplustern, das Aufstellen der Federhaube und natürlich lauter Gesang. Er besteht aus klingenden, klaren Strophen und erinnert an den des Rotkehlchens oder der Heckenbraunelle.

Für die Brut bauen unsere Vögel der Woche an kräftigen Grasbüscheln oder Wurzelstöcken ein Nest aus Gräsern und Haaren. Im Mai legt das Weibchen etwa fünf Eier und bebrütet sie 12 Tage lang, nur gelegentlich unterstützt vom Männchen. Die Vögel zeigen allerdings ein sehr interessantes Verhalten, wenn es um den Schutz ihres Nachwuchses geht. Kommt ein gefährlicher Eindringling in die Nähe des Nestes, tut ein Elternteil so, als wäre es verletzt. Auf diese Weise soll der Feind vom Nest abgelenkt werden und dem „geschwächten“ Altvogel folgen. Dieser flattert aber natürlich davon, sobald der Eindringling weit genug vom Nest entfernt ist.

Nach dem Schlüpfen brauchen die Jungen nur 9 bis 10 Tage, um flügge zu werden. Sie bleiben aber noch in der Nähe der Eltern und schauen sich einiges von ihnen ab, zum Beispiel, wie man das beste Futter findet. Waldammern ernähren sich größtenteils von Sämereien sowie Insekten und Beeren.

Foto: Kjetil Hansen (Lizenz: CC BY 3.0), from Wikimedia Commons

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