Gimpel – Farbfleck am Futterhaus

Gimpel – Farbfleck am Futterhaus

Der Gimpel trägt gleich mehrere Namen und ist ein sanfter, geselliger Wintervogel. Im Sommer verhält er sich scheu, doch in der kalten Jahreszeit könntet ihr ihm schon am nächsten Futterhäuschen begegnen.

Aussehen

Das auffälligste Merkmal des ausgewachsenen Gimpelmännchens ist seine leuchtend rote Brust. Die schöne Farbe zieht sich bis auf die Wangen und den Bauch und lässt den ungeübten Betrachter zunächst an ein Rotkehlchen denken. Tatsächlich gibt es aber leicht erkennbare Unterschiede. Männliche Gimpel haben eine schwarze Kopfplatte, das Kinn und der kurze, dicke Schnabel sind ebenfalls tiefschwarz. Der bläulich-graue Rücken geht in schwarze Flügel über, die eine helle Binde tragen. Der Schwanz ist oben schwarz, an der Unterseite weiß.

Weibliche Gimpel sehen unauffälliger aus, da ihnen die rote Brust fehlt. Stattdessen sind sie dort grau-braun und weisen höchstens einen zarten Stich ins Rötliche auf.

Vorkommen

Schätzungsweise liegt der weltweite Bestand der Gimpel zwischen 45.000.000 und 150.000.000 Individuen, die sich auf ein sehr großes Gebiet verteilen. Abgesehen von Island, Südspanien und Griechenland kommen Gimpel in ganz Europa vor, die größte Population lebt in Russland. Auch in großen Teilen Asiens ist der Gimpel verbreitet.

Nadelbäume sind die ursprünglich liebsten Aufenthaltsorte des Gimpels. In Parks und Gärten sucht er diese immergrünen Gewächse am liebsten auf, aber auch jedes andere dichte Gebüsch ist geeignet. So gerne er sich im Sommer versteckt, so bereitwillig sucht der Gimpel im Winter Futterstellen auf, wo er dann gut beobachtet werden kann.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Im Herbst und Winter sind die Gimpel gern in kleineren Familienverbänden unterwegs. Futterhäuschen und Obstgärten fliegen sie jetzt gerne an, um nach Nahrung zu suchen. Diese ist größtenteils vegetarisch. Im Frühling sind die zarten Knospen der Bäume eine leckere Versuchung, die im Sommer durch verschiedene Beeren ergänzt wird. Am liebsten fressen Gimpel allerdings kleinere Samen, die von verschiedenen Pflanzen abgegeben werden. Wenn ihr also Stauden im Garten habt und sie im Winter nicht komplett zurückschneidet, tut ihr den Gimpeln schon einen großen Gefallen!

Der Gesang des Gimpels variiert von leisem, melodischem Gesang bis hin zu melancholischen Rufen. In der Brutzeit werdet ihr allerdings kaum einen Gimpel laut krakeelen hören.

Das runde, kunstvolle Nest wird vom Weibchen allein gebaut. Es legt die Eier zwar an mehreren Tagen, beginnt aber erst mit dem Brüten, wenn auch das letzte Ei da ist. So schlüpfen die Jungen alle zur gleichen Zeit. Danach sind sie noch komplett hilflos, blind und nackt und müssen von der Mutter gehudert und gefüttert werden. Hier ist das Männchen eine große Unterstützung und bringt regelmäßig Leckereien zum Nest. Sind die Jungen etwas selbstständiger, holen die Eltern gemeinsam Futter. Auch nachdem die Kleinen schon ausgeflogen sind, sitzen sie auf Ästen in der Nähe des Nestes und werden weiter von den Eltern gefüttert, bis sie schließlich selbstständig sind.

Wenn ihr mal jemanden von einem Vogel namens Dompfaff oder Blutfink sprechen hört, ist übrigens auch der Gimpel gemeint!

Wollt ihr wissen, welche Vogelarten neben dem Gimpel am winterlichen Futterhaus auftauchen, schaut mal in diese Übersicht des Nabu anlässlich der „Stunde der Wintervögel“.

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