Kurzschnabelgans – Gesellige Tundrabewohnerin

Kurzschnabelgans – Gesellige Tundrabewohnerin

Kurz ist der Schnabel zwar schon, aber ihre vegetarischen Leckerbissen kann die Kurzschnabelgans trotzdem damit aufpicken. Sie ist unter anderem in der arktischen Tundra zu Hause.

Aussehen

Die Kurzschnabelgans wird etwa 70 Zentimeter lang und circa 3 Kilogramm schwer, wobei die Männchen stets größer und schwerer sind als die Weibchen. Ihr Gefieder unterscheidet sich allerdings nicht. Beide haben einen graubraunen Rücken mit weißem Bändermuster. Brust und Bauch sind cremeweiß, während der lange Hals in einem helleren Braun gefärbt ist. Auch am Kopf finden wir einheitlich braunes Gefieder, dunkle Augen und einen kurzen Schnabel mit rosafarbenem Band. Dieser stumpfe, kräftige Schnabel ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal, denn er ist kürzer als bei der extrem ähnlichen Saatgans. Früher wurde die Kurzschnabelgans deshalb sogar als Subspezies der Saatgans angesehen. Noch ein Unterscheidungsmerkmal: Die Füße sind bei der Saatgans orangefarben, bei der Kurzschnabelgans hingegen rosa.

Vorkommen

Als Brutvogel findet man die Kurzschnabelgans vor allem in der arktischen Tundra, außerdem auf Spitzbergen, in Island und Grönland. Auch im Winter gibt sie die kälteren Gebiete nicht auf, sondern zieht lediglich in den Nordwesten Europas. Dort überwintert sie in den Küstenregionen von Großbritannien, Dänemark und den Niederlanden.

Die Brutgebiete der Gänse bestehen aus offener Tundra. Die Landschaft ist oft felsig und beherbergt nur wenige größere Pflanzen. Auch durch die Gletscherschmelze entstandene Sümpfe und Seen kommen in Frage, während auf Island sogar Lavafelder besiedelt werden. In ihren Winterquartieren lassen sich die Gänse meist auf Wiesen und Weiden oder in Flussauen nieder. Dort ernähren sie sich von Kräutern und Gräsern, plündern aber auch gerne mal die Felder der Landwirte, was sie nicht zu den beliebtesten Gästen macht.

Verhalten und Wissenswertes

Die Kurzschnabelgans ist ein geselliger Vogel. Das betrifft nicht nur den Zug in die verschiedenen Lebensräume, sondern auch das Brutgeschäft. Oft bilden sie kleine Kolonien an Felsen oder auf Flussinseln, wo Fuchs und Co. sie nicht erreichen können.

Etwa Anfang Juni legt das Weibchen drei bis sieben rein weiße Eier und bebrütet sie anschließend knapp vier Wochen lang. Das Männchen brütet nicht, bleibt aber in der Nähe und bewacht seine Partnerin und den Nachwuchs. Die Jungen finden sich schon in den ersten Tagen relativ selbstständig zurecht und machen kleine Erkundungstouren. Fliegen können die mutigen Nestflüchter aber erst nach zwei Monaten. In dieser Zeit sind auch ihre Eltern flugunfähig, weil dann die Mauser einsetzt und neue Flugfedern wachsen.

Foto: Ómar Runólfsson (Lizenz: CC BY 2.0)

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