Mauerläufer – Schönling der Berge

Mauerläufer – Schönling der Berge

Ist es ein Vogel oder ein Schmetterling? Auf den ersten Blick gibt der seltene Mauerläufer da schon mal Rätsel auf. Unser Vogel der Woche kommt vor allem in Gebirgslandschaften vor.

Aussehen

Der Mauerläufer ist ein faszinierendes Phänomen. Wer ihn aus der Ferne erspäht, erkennt in ihm vielleicht einen Vogel oder hält ihn erstmal für ein ganz anderes Tier. Mit den wunderschön gezeichneten Flügeln erinnert er an einen sehr großen Schmetterling. Am Boden wiederum könnte man ihn aufgrund der grauen Grundfärbung für eine flink umherhuschende Maus halten.

Hier nun die Fakten. Der Mauerläufer gehört zur Familie der Kleiber und wird knapp 17 Zentimeter groß. Seine Ober- und Unterseite sind felsengrau gefärbt. An den schwärzlichen, runden Flügeln zeigen sich allerdings leuchtend rote Flächen. Im Flug werden schließlich auch die weiß gepunkteten Deckfedern sichtbar. Weitere Merkmale sind der lange, dunkle Schnabel und die schwarze Kehle, die allerdings nur bei Männchen im Prachtkleid vorkommt. Die Geschlechter ähneln einander sehr stark, wobei das Weibchen insgesamt etwas heller ist als das Männchen.

Vorkommen

Mauerläufer kommen ausschließlich in Berglandschaften vor. Dort hüpfen sie von Stein zu Stein oder klettern an Felswänden herum. Das Verbreitungsgebiet dieser Art ist daher auf die Hochgebirge Westeuropas, des Balkans, des Kaukasus und die Gebirgszüge Ost- und Zentralasiens beschränkt. In Deutschland sind die Alpen im Raum Garmisch-Partenkirchen eine gute Beobachtungsstelle. Auch im österreichischen Krumltal kommen die Mauerläufer spärlich, aber verlässlich vor.

Verhalten und Wissenswertes

Unser Vogel der Woche ernährt sich vor allem von Insekten und Spinnen. Um sie zu erbeuten, fliegt und klettert er an steilen Felswänden auf und ab und untersucht jede Spalte im Gestein. Dabei ist ihm der lange, dünne Schnabel eine große Hilfe. Er kann ihn wie eine Pinzette einsetzen und Beutetiere aus ihren Verstecken picken.

Auch für die Brut bleiben Mauerläufer im Schutz der Gebirge. Ihre Nistplätze befinden sich meist in schwer erreichbaren Felsspalten, manchmal aber auch an Gebäuden. Für sie kann es schnell zum Problem werden, wenn steile Felswände von Menschen zum Klettern genutzt werden. Bleibt das Brutgebiet störungsfrei, legt das Weibchen zwischen Mai und Juli ihre Eier ab. Nach gut 20 Tagen Brutzeit schlüpfen die Jungen, bleiben aber noch einen knappen Monat im Nest. Mauerläufer sind das ganze Jahr über territorial und verteidigen ihr Revier energisch gegen Artgenossen. Die Rivalenkämpfe werden meist im Flug ausgetragen und können mitunter zu schweren Verletzungen führen.

Wenn nicht gerade gekämpft oder gebrütet wird, nehmen die Mauerläufer gerne aisgiebige Sonnenbäder. Auch lange Bäder in Sand und Wasser gehören zu ihren Schönheitsitualen.

Foto: Kookaburra 81 (Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Diesen Artikel empfehlen

Diskutieren Sie über diesen Artikel