Moorente – Kastanie des Wassers

Moorente – Kastanie des Wassers

Mit ihrem tiefbraunen Gefieder und dem schlanken Körperbau ist die Moorente eine Freude für das Auge, doch ihr Lebensraum wird, vor allem in Deutschland, immer knapper.

Aussehen

Bei der etwa 40 cm lange Tauchente gibt es nur wenige Unterschiede im Aussehen der Geschlechter. Sowohl Männchen als auch Weibchen sind kastanienbraun gefärbt, die Weibchen allerdings nicht ganz so kräftig. Gut kann man sich auch merken, dass die Männchen weiße Augen haben, die Augen der Weibchen sind so braun wie ihr Gefieder. Der Rücken ist bei beiden dunkler, fast schwarz, die Unterschwanzdecken wiederum leuchtend weiß, was ihr vor allem dann gut erkennt, wenn sich die Enten im Flug befinden. Der Bauch trägt mittig einen auffälligen weißen Fleck.

Insgesamt handelt es sich um eine hübsche, tiefbraune Ente mit schöner runder Kopfform und einem langen dunklen Schnabel, dessen Spitze etwas aufgehellt ist.

Vorkommen

In Deutschland ist die Moorente leider vom Aussterben bedroht, es gibt aber einzelne kleinere Bestände, etwa am Steinhuder Meer bei Hannover (gute Beobachtungsmöglichkeiten an Bächen und Kanälen), wo seit 2012 über 200 Tiere ausgewildert wurden, oder an der Radolfzeller Aachmündung, Bodensee. Da Moorenten auch als Ziergeflügel sehr beliebt sind, kommen einige von ihnen aus Zoos und Tierparks.

Grund für die extreme Gefährdung der Moorente in Mitteleuropa ist, dass es immer weniger flache, verlandete Gewässer mit dichter Vegetation gibt. An Gewässern fehlt es beispielsweise in Deutschland zwar nicht, aber die Uferzonen sind meist bebaut oder liegen nicht versteckt und ungestört genug.

Die meisten Moorenten leben in der Ukraine, Ungarn, Bulgarien und Rumänien, auch in der Mongolei und Tibet gibt es größere Populationen.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Wie oben bereits beschrieben, habt ihr an Gewässern mit dichten Schilfgürteln und viel Pflanzenmaterial im Wasser noch die größten Chancen, Moorenten zu begegnen. Anders als viele andere Tauchenten lebt die Moorente eher ungesellig, man sieht selten mehr als sechs Exemplare in einer Gruppe.

Moorenten ernähren sich überwiegend von Pflanzenmaterial aus dem Wasser und der Schwimmblattzone, aber auch Schnecken, kleine Frösche, Wasserinsekten und Krebse sind dabei. Um ihre Nahrung zu erbeuten bewegt sich die Moorente am liebsten tauchend und gründelnd fort.

Die schlanken Tauchenten brüten nur einmal im Jahr und bauen sich dazu ein Nest direkt am Wasser oder in der Uferzone. Wichtig ist dabei, dass die gut gepolsterte Nestmulde von dichten Pflanzenbeständen verdeckt wird. Oft gibt es einen eigenen kleinen Durchgang vom Nest zum Wasser. Ihr solltet nicht versuchen, das Nest direkt zu sehen, da ihr sonst zu weit ins Brutgebiet der Enten vordringt und sie erschreckt. Versucht lieber, die Männchen bei der Balz zu beobachten. Wenn sie mit eingeknicktem Hals und nickendem Kopf ihre Bahnen auf dem Wasser ziehen, sind die schönen braunen Augen eines Moorentenweibchens sicher nicht weit.

  • Eine umfangreiche Bildersammlung findet ihr hier beim Naturgucker.
  • Den Ruf der Moorente könnt ihr euch hier anhören.

Foto: Toni Smith (Lizenz: CC BY 2.0)

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