Mornellregenpfeifer – Nordische Schönheit

Mornellregenpfeifer – Nordische Schönheit

Der Mornellregenpfeifer ist ein hübscher, etwa amselgroßer Vogel aus den Tundren des Nordens. Zu den Zugzeiten kann man ihn mit Glück auch in Deutschland entdecken.

Aussehen

Der Mornellregenpfeifer wird etwa 20 bis 24 Zentimeter groß und ist damit etwas kleiner als der Goldregenpfeifer. Im Prachtkleid ist das Gefieder an Rücken und Brust hellbraun, am Bauch hingegen rotbraun. Diese rötliche Färbung fällt bei den Weibchen noch etwas kräftiger aus als bei den Männchen. Den schwarzen Oberkopf begrenzen kräftige, weiße Überaugenstreifen, die sich im Nacken treffen. Die Kehle ist ebenfalls weiß und zwischen Brust und Bauch findet sich ein deutlicher, weißer Bruststreif. Die weiß eingefassten, braunen Schwanzfedern heben sich vom weißen Unterschwanz und den gelben Beinen ab. Der Schnabel ist kurz, gerade und ebenso dunkel wie die Augen.

Vorkommen

Die Brutgebiete des Mornellregenpfeifers liegen größtenteils im äußersten Norden von Europa und Asien. Man findet die Art in Nordschottland, den Tundren Skandinaviens sowie in Russland und Sibirien. Auch von der Nordspitze Alaskas werden immer wieder Brutvorkommen gemeldet. Eine isolierte Population brütet im mittelasiatischen Altaigebirge bis hin zum Baikalsee.

Mornellregenpfeifer fühlen sich vor allem in eher kargen Landschaften wie Tundren, Heiden und Fjällflächen wohl. In Innerasien können die Brutgebiete in Höhen von über 3.500 Metern liegen; am Polarkreis wiederum nisten die Vögel möglichst nah am Meeresspiegel.

Unsere Vögel der Woche sind Zugvögel und verbringen die kalten Monate überwiegend im Norden Afrikas sowie im Nahen Osten. Daher können sie zwischen Mitte August und Mitte September immer wieder auch auf unseren Ackerflächen auftauchen.

Verhalten und Wissenswertes

Für solche Beobachtungen rastender Mornellregenpfeifer braucht es vor allem eine große Portion Glück, aber die folgenden Tipps können ebenfalls helfen: Die besten Chancen habt ihr am Morgen und in den Abendstunden. Zu diesen Zeiten suchen die Regenpfeifer nach Nahrung. Auf möglichst offenen, weitläufigen Ackerflächen ohne höhere Vegetation lassen sie sich dann nieder oder fliegen gemeinsam los. Die Vögel sind nur amselgroß und lassen sich selten durch Zufall entdecken. Es ist also ratsam, geeignete Flächen geduldig mit dem Fernglas abzusuchen.

In ihren nordischen Brutgebieten legen die Weibchen im Juni drei bis vier Eier. Um die Brut kümmert sich dann meist das Männchen, die Brutdauer kann zwischen 18 und 27 Tagen liegen. Nach dem Schlüpfen suchen die Jungen schon sehr bald selbstständig nach Nahrung, während das Männchen auf sie aufpasst. Die Weibchen suchen sich in dieser Zeit oft schon einen neuen Partner, um erneut brüten zu können. Junge Mornellregenpfeifer sind nach 30 Tagen flügge.

Größere Bekanntheit erlangte die Vogelart durch das Buch „Mein Freund, der Regenpfeifer“ aus dem Jahr 1925. Der Naturbeobachter Bengt Berg beschreibt darin die Lebensweise und die geringe Scheu des faszinierenden Vogels. Grundlage für das Buch waren seine Beobachtungen im schwedischen Fjäll.

Foto: Frank Vassen ( Lizenz: CC BY 2.0, via Wikimedia Commons)

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