Steinschmätzer – Maskierter Sänger

Steinschmätzer – Maskierter Sänger

Mit der schwarzen Färbung um die Augen sieht der Steinschmätzer aus wie ein kleiner, geflügelter Panzerknacker. Doch der vom Aussterben bedrohte Singvogel führt in Wahrheit nichts Böses im Schilde.

Aussehen

Steinschmätzer werden 14-16 Zentimeter groß, ähnlich wie Sperlinge. Im Frühling und Sommer hüllt sich der männliche Steinschmätzer in sein Prachtkleid, um Weibchen zu beeindrucken. Sein Rückengefieder ist dann grau, die Flügel eher dunkelbraun. Zu der auffälligen dunklen Maske um die Augen kommt ein weißer Streifen unter dem Kinn, das Brustgefieder ist gelb-orange. Trägt der Steinschmätzer sein „Schlichtkleid“, ähnelt er seinen weiblichen Artgenossen. Diese sind am Rücken bräunlich-grau, die Flügel sind dunkelbraun. Bei den Weibchen ist die Augenmaske zudem deutlich weniger ausgeprägt.

Vorkommen

Die Gattung der Steinschmätzer umfasst viele verschiedene Arten, beispielsweise den Mittelmeer- oder Wüstensteinschmätzer. Von Großbritannien bis zur inneren Mongolei sind sie als Brutvögel vertreten, ebenso in Alaska. Sie überwintern in Afrika.

Einzig der „eigentliche“ Steinschmätzer brütet auch in Deutschland, allerdings ist die Zahl der Brutpaare hier in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen. Mittlerweile gilt der schöne Singvogel als vom Aussterben bedroht. Das liegt vor allem an seinen eigentümlichen Wohnvorlieben: Der Steinschmätzer mag es vor allem übersichtlich und brütet am liebsten auf steinigen, ebenen Flächen. Dort wird er allerdings auch zur leichten Beute für Marder, Wiesel oder auch Raubvögel. Andererseits gibt es in Deutschland nur begrenzt Landschaften, die dem Steinschmätzer gut genug gefallen, damit er sich niederlässt. Oft werden Natursteinmauern und Steinhaufen entfernt, die ihm gute Dienste geboten hätten.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Durch ihr Faible für steinige Gebiete sind Steinschmätzer vor allem im Gebirge und an der Küste zu beobachten. Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ist ein Beispiel für Regionen, die Steinschmätzer anziehen, aber auch in Rheinland-Pfalz siedeln sich wieder mehr Brutpaare an. Allgemein könnt ihr auch auf Müllhalden mit Geröllbergen Glück haben. Steinschmätzer sind reviertreu, das heißt, wenn sie einmal ein geeignetes Gebiet zur Brut gefunden haben, kommen sie meist jedes Jahr dorthin zurück.

Vor allem im Flug offenbahrt der Steinschmätzer ein charakteristisches Merkmal: Seine weißen Unterschwanzdecken entfalten sich und bringen so eine schwarze Färbung auf dem Schwanz zur Geltung, die an ein umgekehrtes „T“ erinnert. Daran lassen sich sowohl Männchen als auch Weibchen erkennen. Ein weiteres Erkennungszeichen ist das hektische Gebahren des Steinschmätzers. Er springt flink umher, schlägt mit Flügeln und Schwanz und „knickst“.

>> Wenn ihr selbst dazu beitragen wollt, dem Steinschmätzer in Deutschland wieder mehr Lebensraum zu bieten, könntet ihr zum Beispiel einen Lesesteinhaufen in eurem Garten anlegen.

Foto: Frank Vassen (Lizenz: CC BY 2.0 – Bildausschnitt vom Original geändert) / flickr.com

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