Triel – Gut getarntes Gelbauge

Triel – Gut getarntes Gelbauge

Der Triel ist ein äußerst heimlicher, perfekt getarnter Vogel. Seine Rufe ertönen nur in der Nacht und sind so charakteristisch, dass der deutsche Name der Art davon abgeleitet wurde.

Aussehen

Ein ausgewachsener Triel wird etwa 40 Zentimeter lang und hat eine kompakte, hochbeinige Statur. Er ist mit seinem sandfarbenen Gefieder und dem schwarzen Strichelmuster perfekt getarnt. Die Bauchseite ist heller, bei manchen Vögeln fast weiß. Am recht großen Kopf leuchten die Iris und die Schnabelbasis in kräftigem Gelb. Auch die langen, starken Beine sind hellgelb gefärbt. Bei den Trielen sehen Männchen und Weibchen gleich aus und auch Jungvögel sehen ihren Eltern schon sehr ähnlich. Außerdem gibt es keinen Unterschied zwischen Pracht- und Schlichtkleid.

Vorkommen

Die Nominatform des Triels kommt in Europa eher westlich vor, daher zum Beispiel in Südengland, Westfrankreich sowie Spanien. Von dort zieht sich das Verbreitungsgebiet in einem breiten Streifen über Italien bis zum Schwarzen Meer. Große Teile Deutschlands sowie Skandinaviens und des Baltikums verzeichnen keine Vorkommen der Art.

Triele sind meistens in trockenen, steinigen Gebieten mit wenig Pflanzenwuchs anzutreffen. In Europa halten sie sich daher auf Brachland, Küstendünen, Trockenrasengebieten, Kiesbänken und in lichten Wäldern mit sandigem Boden auf. Solche Gebiete gibt es aber nicht mehr so häufig, weshalb die Vögel immer öfter auf Truppenübungsplätze, Schottergruben oder Tagebaugebiete ausweichen.

Verhalten und Wissenswertes

Die meisten europäischen Triele sind Zugvögel, manche sogar Langstreckenzieher. So kommt es, dass einige Vögel beispielsweise in der Mittelmeerregion überwintern, andere aber bis nach Westafrika weiterfliegen. Zunächst schließen sich die Vögel ab Mitte Juli zu Wandergruppen zusammen und fliegen gemeinsam in die ersten Gebiete, um dort ihren Gefiederwechsel abzuwarten. Danach zerstreuen sich diese „Mauserverbände“ wieder und der eigentliche Zug kann beginnen.

Der deutsche Name leitet sich von den Rufen der Vögel ab. Es handelt sich um ein melodisches, leicht melancholisches Flöten, etwa wie „triüüii“. Weil unsere Vögel der Woche nachtaktiv sind, kann man die Rufe in der Dunkelheit und vor allem in den frühen Morgenstunden hören. Den Tag hingegen verbringen Triele gut getarnt am Boden oder auch unbeweglich im Stehen. Obwohl sie sich dann sehr aufrecht halten, sind sie durch ihr Tarngefieder nur schwer zu entdecken.

Nur sehr selten nehmen Triele pflanzliche Nahrung zu sich. Auf ihrem Speiseplan stehen eher verschiedenste Insekten, Schnecken, Würmer und Spinnen sowie kleine Eidechsen und Schlangen, Jungvögel und sogar kleine Säugetiere. Um Nahrung zu finden, sucht ein Triel den Boden zu Fuß ab und dreht Steine um, wenn er darunter etwas vermutet. Fliehende Beute verfolgt er meist zu Fuß, selten wird auch mal ein kleines Stück geflogen.

Meist beginnen Triele in ihrem zweiten Lebensjahr mit der Brut. Während der Balz tanzen die Partner unter Sprüngen und Verbeugungen umeinander herum. Außerdem drückt das Männchen angedeutete Nistmulden in den Boden, bis das Weibchen den endgültigen Nistplatz aussucht. Beide Eltern brüten, nicht selten gibt es gleich nach der ersten noch eine zweite Brut. Die Jungen sind Nestflüchter und nach etwa 40 Tagen flügge.

Foto: Frank Vassen (Lizenz: CC BY 2.0)

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