Türkentaube – Schönheit aus dem Orient

Türkentaube – Schönheit aus dem Orient

Die Türkentaube tut alles, um den schlechten Ruf der Stadttauben aufzubessern: Aussehen, Betragen und Sozialverhalten sind bei ihr tadellos. Dabei ist sie hier in Deutschland eigentlich gerade erst angekommen.

Aussehen

Die Türkentaube ist ein auffällig schöner Vogel. Sie ist zwar etwa so groß wie die Stadttaube, aber mit ihrem langen Schwanz und der dezenten Färbung wesentlich eleganter. Auch die heimische Ringeltaube ist größer und gröber. Bis auf den markanten schwarzen Nackenring ist das Gefieder der Türkentaube einheitlich hellbeige/grau. Erkennen könnt ihr sie auch an der zarten weißen Umrandung ihrer rötlichen Augen. Männchen und Weibchen sind am Gefieder nicht zu unterscheiden.

Vorkommen

Knapp 50 Jahre ist es her, da gab es die Türkentaube in Deutschland noch gar nicht. Lange Zeit war sie nur im Orient verbreitet, zum Beispiel in der für sie namensgebenden Türkei. Junge Vogelbeobachter wie Josef H. Reichholf zählten damals zu den ersten, die den orientalischen Einwanderer „entdeckten“, wie er in unserem Interview berichtet. Seither hat sich die Türkentaube in Europa und sogar in Amerika weit verbreitet und ist dort zumeist Standvogel. Als Kulturfolger lebt sie gern in Siedlungsnähe oder in Parks und Gärten. Gefährdet ist sie bei ihrer weiten Verbreitung sicher nicht.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Da die Türkentaube meist in Menschennähe lebt, ist sie für euch leicht zu beobachten. Besonders beliebt sind bei ihr hohe Nadelbäume oder Gebäude, die sie für die Brut braucht. Diese betreibt sie unter günstigen Bedingungen mehrmals jährlich. Ihre Ernährung ist rein vegetarisch: Getreide, Samen und Früchte frisst sie am liebsten. Auch von Menschen ausgestreutes Körnerfutter verschmäht die Türkentaube nicht. Wenn ihr sie in euren Garten locken wollt, solltet ihr auch eure Vogeltränke immer sauber halten.

Weitere Erkennungsmerkmale für Vogelbeobachter sind Ruf und Flug der Türkentaube. Ihr Ruf, ein tiefes gu-guu-gu, ähnelt den gedehnteren Lauten der Ringeltaube. Wer nicht genau hinhört, kann ihren Ruf aber auch mit dem des Kuckucks verwechseln. Nur im Flug der Türkentaube erkennt ihr ihre leuchtend weißen äußeren Schwanzfedern. Deutlich wird das auch in den Balzflügen der Männchen zwischen Februar und September: mit klatschenden Flügeln steigen sie auf, mit ausgebreiteten segeln sie herab. Die Beobachtung der Türkentaube lohnt sich allein wegen ihres fürsorglichen Sozialverhaltens. Oft schmiegt sie sich an ihren Partner an und krault ihm das Gefieder.

Einen Überblick über die verschiedenen Taubenarten in Deutschland findet ihr auf der Seite des NABU.

Foto: © Earwig / Wikipedia

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