Uferschnepfe – Eleganter Watvogel

Uferschnepfe – Eleganter Watvogel

Unser Vogel der Woche ist das Idealbild seiner Art. Um die Uferschnepfe zu entdecken, sollte man sich Gummistiefel anziehen, sonst riskiert man nasse Füße.

Aussehen

Die Uferschnepfe ist der Figur nach eine typische Schnepfe: langer Hals, langer Schnabel, pummelige Mitte. Trotzdem ist sie sehr viel eleganter als andere Schnepfen wie zum Beispiel der verwandte Waldwasserläufer. Mit ihrem gestreckten Hals und den langen Beinen wird sie bis zu 45 Zentimeter groß. Besonders ansehnlich wirkt sie in ihrem Prachtkleid: Sehr harmonisch wirken das durchdringende Rostrot von Hals und Kopf zusammen mit dem Braunschwarz des Körpers und dem Silber der Flügelunterseiten. Den Rest des Jahres ist die Uferschnepfe weniger auffällig gefärbt. Nach der Mauser sind ihrem Federkleid graue und schwarze Töne untergemischt. Das ganze Jahr über hat sie einen weißen Schwanz mit schwarzer Endbinde.

Vorkommen

Die Uferschnepfe brütet im Flachland von Island bis Ostsibirien. Ihr liebstes Brutgebiet sind Feuchtwiesen, Niederungen und Moore. In Deutschland bevorzugt sie große Grünflächen im Tiefland, die Flussmarschen Niedersachsens und die Küste entlang des Wattenmeers. Nach der Brut zwischen April bis Juli macht sich die Uferschnepfe auf den Weg in ihr Winterquartier in Zentralafrika, Südasien und Australien. Der Zugvogel rastet oft in Watten und im Marschland, zum Beispiel am Gülper See im Westhavelland.

Leider schwindet der Lebensraum der Uferschnepfe rasant schnell, sodass sie sowohl in Deutschland als auch international auf der Roten Liste steht. Zunächst hatte die Uferschnepfe Glück im Unglück: Ihr eigentliches Brutgebiet am Flussufer nahm zwar immer mehr ab, aber durch Eindeichungen kamen in Norddeutschland und den Niederlanden auch neue Brutgebiete hinzu. Durch die immer intensiver betriebene Landwirtschaft sinken die Bestände seit den 60er Jahren jedoch rapide. Nur noch 6600 deutsche Brutpaare zählte man zur Jahrtausendwende, sodass die Uferschnepfe in die Kategorie 1 („Vom Aussterben bedroht“) der Roten Liste Deutschland vorrückte.

Vogelbeobachtung

An ihrem Flugbild ist die Uferschnepfe dank der markanten Schwanzfärbung und dem langem Schnabel leicht zu erkennen. Oft sieht man sie auch bei der Nahrungssuche: So stochert sie mit dem langen Schnabel im Boden, um Insekten und andere Kleintiere aufzuspüren. Die überaus sensible Spitze ertastet so Beute im Boden, während die Uferschnepfe ihre Augen zur Nahrungssuche gar nicht braucht.

Die Uferschnepfe lebt oft in Menschennähe, daher müsst ihr auf ihre Gelege besonders aufpassen. Gerade bei der Überquerung feuchter Wiesen ist Vorsicht geboten. Achtet auf grüne Eier mit schwarzen Flecken! Nach der Brutzeit könnt ihr die Uferschnepfe auch in Form von Reisegruppen beobachten: Vor dem Abflug in die Überwinterungsgebiete sammelt sich die Uferschnepfe in Trupps an ihren Schlafplätzen. Vor ihrem Zug müssen die Schnepfen genügend Fett angesetzt haben, denn manchmal fliegen sie bis zu 4500 Kilometer zu ihrem Winterquartier.

Foto: © Frank Vassen / flickr.com

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