Mönchsgeier – Gigantischer Baumbrüter

Mönchsgeier – Gigantischer Baumbrüter

Bis zu drei Meter Flügelspannweite, etwa 10 Kilogramm Körpergewicht und ein Schnabel, der sogar Muskeln und Sehnen mühelos zerreißt: das alles macht den Mönchsgeier zu einem ebenso furchteinflößenden wie faszinierenden Vogel.

Aussehen

Mönchsgeier gehören zu den imposantesten Greifvögeln der Welt. Die riesigen Tiere mit den breiten Flügeln und einer Spannweite von bis zu drei Meter rauben jedem Betrachter den Atem. Das Gefieder ist einheitlich braun und wirkt oft beinahe schwarz. Bei Altvögeln bildet der hellere Federkragen einen leichten Kontrast. Vom nackten Hals ist nur ein kleines Stück erkennbar, welches bläulich-rosa gefärbt ist. Die Wachshaut an ihrem äußerst kräftigen Schnabel ist bei Altvögeln blaugrau, bei Jungvögeln hingegen rosa. In jedem Alter finden sich am Kopf helle Flecken und auch die Füße sind stets hell.

Vorkommen

Im 19. Jahrhundert waren die riesigen Geier in Süd- und Mitteleuropa zahlreich anzutreffen. Doch dieser kräftige Bestand verflüchtigte sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts immer mehr. Das lag vor allem an der veränderten Fortwirtschaft in vielen Regionen des Mittelmeeres, die den Vögeln ihre Brutbäume nahm. (Mönchsgeier unterscheiden sich als Baumbrüter von den meisten anderen Geierarten.) Außerdem fühlten sich die empfindlichen Vögel durch Rodungen und andere Arbeiten natürlich gestört und wichen in ruhigere Gebiete aus.

Heute gibt es vor allem in Frankreich, Portugal und Spanien erfolgreiche Populationen. Auf der Urlaubsinsel Mallorca werden beispielsweise spezielle Geierwanderungen angeboten und es gibt eine eigene Geierstation. In Dadia, Griechenland und der Ukraine existieren ebenfalls Populationen, die jedoch eher klein und isoliert sind.

Mönchsgeier fühlen sich in abwechslungsreichen, hügeligen oder bergigen Landschaften mit Wiesen, Wäldern und einzeln stehenden Bäumen wohl.

Verhalten und Wissenswertes

Mit ihrem riesigen Schnabel können Mönchsgeier das Aas großer und mittlerer Säugetiere mühelos zerkleinern und verschlingen. Meist bildet sich um einen Kadaver schnell eine Traube aus verschiedenen Geiern, doch aufgrund ihrer Größe dürfen sich unsere Vögel der Woche meist zuerst bedienen. Auch zähe Teile wie Muskeln, Sehnen und Haut können sie problemlos fressen. Wenn es gerade nicht genug Aas gibt, kann ein Mönchsgeier auch selbst Tiere wie Schildkröten, Hasen oder sogar junge Huftiere erlegen.

Mönchsgeier führen ein monogames Liebesleben und wählen ihren Partner mit Bedacht. Obwohl unsere Vögel der Woche erst mit vier oder fünf Jahren zum ersten Mal brüten, finden sich auch jüngere Vögel schon zu Paaren zusammen. Die Balz beginnt Spätherbst. Hoch oben in einem Baum errichten beide Partner das riesige Nest. Auf Mallorca befinden sich die Nester meist auf einzeln stehenden Pinien, die wiederum auf unzugänglichen Meeresklippen wurzeln. Ende Dezember oder Anfang Januar legt das Weibchen ein einzelnes, kostbares Ei. Die Eltern wechseln sich etwa 55 Tage lang mit dem Brüten ab, bis das Kleine schließlich schlüpft. Auch danach vergehen weitere vier Monate, in denen die Altvögel in ihrem Kropf unermüdlich Futter zum Nest tragen.

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