Salmonellen, Vogelgrippe & Co: Ansteckung bei Vogelkrankheiten

Salmonellen, Vogelgrippe & Co: Ansteckung bei Vogelkrankheiten

Einige Vogelkrankheiten sind auch auf Menschen übertragbar. Wir erklären, wie ihr euch bei der Vogelpflege vor diesen Infektionen schützen könnt.

Zoonosen: Von Tier zu Mensch übertragen

Als Zoonosen bezeichnet man vom Tier auf den Menschen übertragbare Infektionskrankheiten. Auch unter den Vogelkrankheiten gibt es verschiedene Zoonosen, manche mehr, manche weniger gefährlich. Um sich nicht bei Vogelkrankheiten anzustecken, ist Hygiene das oberste Gebot. Doch nicht nur deswegen: Umgekehrt können Menschen Krankheiten auf Vögel übertragen; auch daher ist Desinfektion so wichtig.

Vogelkrankheiten für Menschen

Schon seit längerem geistert die Vogelgrippe oder Geflügelpest immer wieder durch die Medien. Von allen Vogelkrankheiten ist sie für den Menschen am gefährlichsten. Dennoch ist die Ansteckung der Grippe mit dem Erreger H5N1 für Menschen eher unwahrscheinlich. Nur in Ausnahmefällen können sich Menschen anstecken, dann nämlich, wenn sie intensiven Kontakt zu infizierten Vögeln oder deren Federn haben. Besonders gefährdet sind daher hauptsächlich Geflügelhalter und Tierärzte.

Salmonellen hingegen zählen nicht nur zu den Vogelkrankheiten, sondern können ganz unterschiedliche Organismen schädigen. Auch Menschen sind vor ihnen nicht sicher: Auftretende Fälle müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Die stäbchenförmigen Bakterien befallen normalerweise den Verdauungstrakt. Bei Vögeln sind Verdauungs- und Gleichgewichtsstörungen, sowie Schwellungen und Rötungen der Gelenke die Symptome.

Ornithose oder Psittakose, auch Papageienkrankheit genannt, ist eine bakterielle Infektion durch Chlamydien. Symptome sind Abmagerung, Schläfrigkeit, Durchfall und Schnupfen, welche allerdings auch bei anderen Vogelkrankheiten auftreten. Jeder Fall von Papageienkrankheit ist meldepflichtig, achtet also auf euer Tier! Beim Menschen kann Ornithose grippeähnliche Erscheinungen oder schlimmstenfalls Lungenentzündung verursachen, wenn Kontakt zu infiziertem Staub oder Vogelkot besteht.

Paramyxoviren führen bei Vögeln zu schweren Erkrankungen des Zentralen Nervensystems. Hauptsächlich befallen Paramyxoviren Tauben, aber auch andere Arten können sich den Infekt einfangen. Die ersten Anzeichen bei Vögeln sind starke Koordinationsschwierigkeiten und Gleichgewichtsverlust; bei Menschen verursachen Paramyxoviren in seltenen Ausnahmen leichte Bindehautantzündung oder Erkältungserscheinungen.

Tollwut bekommen Vögel aufgrund ihrer hohen Körpertemperatur ohnehin sehr selten. Darüber hinaus ist die Krankheit in Deutschland so gut wie ausgestorben: Der letzte Fall bei Menschen wurde 2007 festgestellt. Bei Vögeln sind die Symptome ängstliches Piepen, Bewegungsstörungen und Lähmungen.

Vorsichtsmaßnahmen gegen Vogelkrankheiten

Um die Ansteckung an Vogelkrankheiten zu vermeiden, gibt es einige allgemeine und einige krankheitsspezifische Ratschläge. Wichtig ist es generell, tote Vögel nicht anzufassen. Natürlich ist nicht jeder tote Vogel an einer Krankheit gestorben. Dennoch sind alle toten Tiere ein Nährboden für die verschiedensten Keime und Erreger, welche auch dem Menschen gefährlich werden können. Daher ist auch der Kontakt mit gefundenen Federn nicht empfehlenswert. Findet ihr einen toten Vogel, dann begrabt ihn oder entsorgt ihn in einer Plastiktüte. Lebt ihr in einem von Vogelkrankheiten betroffenen Gebiet, solltet ihr tote Vögel am besten den zuständigen Behörden melden. Habt ihr trotzdem einen toten Vogel berührt, dann müsst ihr auf gründliche Hygiene und Desinfektion achten. Verunreinigte Kleidung könnt ihr normal in der Waschmaschine waschen. Wichtig ist Hygiene auch bei Arbeiten auf verschmutzen Dächern. Ist das Dach sehr stark mit Vogelkot und Federn verunreinigt, solltet ihr zur Vorsicht einen Mundschutz tragen.

Als Vorbeuge für die meisten der oben genannten Vogelkrankheiten sind Reinlichkeit und Desinfektion am wichtigsten. Nach Kontakt mit einem erkrankten Vogel müsst ihr euch gründlich die Hände waschen. Den Tierarzt könnt ihr nach einem guten Desinfektionsmittel fragen.

Besondere Vorsicht gilt in Gebieten mit Vogelgrippe. Eine Impfung gegen Vogelgrippe gibt es bisher nicht. Eine gewöhnliche Grippeimpfung kann trotzdem zu empfehlen sein, weil so eine Verwechslung mit der Vogelgrippe ausgeschlossen wird und außerdem Vogelgrippe und Menschengrippe nicht zu einem noch gefährlicheren Virus verschmelzen können. Die Möglichkeit eines solchen Supervirus ist eigentlich, was die Vogelgrippe so gefährlich macht. Daher müsst ihr in verseuchten Gebieten den Kontakt zu erkrankten oder toten Wildvögeln unbedingt vermeiden, besonders bei Kindern. Meldet Funde dem Veterinäramt, der Polizei oder der Feuerwehr. Da das Virus bei 70° Celsius abgetötet wird, besteht keine Gefahr beim Verzehr von gekochten Ei- oder Geflügelgerichten. Außerdem solltet ihr auf eure Haustiere achten: Wo hochpathogene Vogelgrippe festgestellt wurde, solltet ihr Hunde nur angeleint und Katzen gar nicht rauslassen. Die Ansteckung ist bisher jedoch nur von Vogel auf Mensch, also nicht von Haustier auf Mensch oder von Mensch zu Mensch möglich.

>> Aktuelle Informationen über die Vogelgrippe findet ihr bei der WHO

>> Infoflyer der Bundesärztekammer zum Thema Vogelgrippe

Foto: U.S. Fish and Wildlife Service Southeast Region (Lizenz: CC BY 2.0) / flickr.com

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3 Kommentare

  1. Mahler 16. Oktober 2016 um 11:18 Uhr

    Ich habe mir zwei Worte aus dem Artikel besonders gemerkt- Reinlichkeit und Desinfektion. Doch wie soll die gehen, wenn 30 cm über unseren Fenster dicht an dicht die Schwalbennester sitzen und die darunter angebrachten Kotbretter (10 cmm über Fensteroberkannte) für ganzjährigen Eintrag von Kotstaub in die Wohnung sorgen. Die Alternative wäre- für immer die Fenster schließen.
    Nun ist es mir sehr ernst bei dem Thema, denn der Umweltschutz verhindert die Entfernung dieser mehr als nur unnatürlichen Nähe und Dichte der Nester. Das Grundgesetz (über jedem Gesetz- auch dem Tierschutz- steht immer noch der Schutz von Leben und Gesundheit des Menschen.) wird einfach mit Füßen getreten und der Ausdruck des militanten Tierschützer nimmt für mich hier konkret Gestalt an. Besonders primitiv ist die alte Leier, es gebe keine Beweise für die Gfährlichkeit des Vogelkot. Diese Umkehrung der Beweisführung ist typisch, wenn die Argumente ausgehen.
    Seit die Nester nicht mehr entfernt werden dürfen gibt es zwei Krebserkrankungen und eine Blutkrankheit (in der betroffenen Wohnung). Für mich hört hier das Verständnis für diese unsachliche und unfachliche Art der Durchsetzung des Umwelt- und Tierschutzes auf!!!

  2. Marc Neudorf 29. Oktober 2016 um 22:09 Uhr

    Ein ziemlich bizarrer Kommentar von Mahler!
    Die von Vögeln auf Menschen übertragbaren Krankheiten sind wohlbekannt und wurden im Artikel genannt, wobei mir hier noch die Alveolitis fehlt, eine durch Einatmen von organischen Stäuben (was auch Vogelkot sein kann) verursachte Lungenerkrankung.
    Ganz sicher nicht zu diesen Krankheiten gehören Krebs und Blutkrankheiten.
    Wieviele Menschen sterben wohl an den 3,2 Tonnen Blei, 1,2 Tonnen Quecksilber, 1,0 Tonnen Arsen usw., die das Kohlekraftwerk Moorburg ERLAUBTERMASSEN PRO JAHR emittieren darf?? Nur dieses eine Kraftwerk! Und ist es nicht wesentlich wahrscheinlicher, daß Krebs und Bluterkrankungen hierdurch verursacht werden als durch Schwalbenkot?
    Ja, der Kot ist ärgerlich und ich weiss, wovon ich rede, denn ich habe selber brütende Schwalben über einem Fenster. Aber dafür kann man sich dann auch daran erfreuen, wenn die Schwälbchen flügge werden und unter Aufsicht der Eltern die ersten Flugversuche machen.

  3. Giulia Crippa 22. Mai 2018 um 22:32 Uhr

    Danke Mark Neudorf für ihren Beitrag!

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