Prachttaucher – Grazie im Wasser, Trampel an Land

Prachttaucher – Grazie im Wasser, Trampel an Land

Man kann eben nicht alles können: Der Prachttaucher kommt an Land kaum vorwärts, während er sich im Wasser zu wahren Höchstleistungen aufschwingt.

Aussehen

Der Prachttaucher macht seinem Namen alle Ehre: Den meisten Wasservögeln stiehlt er mit seinem eleganten Aussehen die Schau. Sogar den verwandten Sterntaucher übertrifft er in Schönheit und auch in Größe. Als Sommerkleid trägt der Prachttaucher den Kopf und Nacken samtgrau, die Kehle tief schwarz und – als besonderes Highlight – Halsseiten und Brust in feinen schwarz-weißen Streifen. Der Rücken ist schwarzgrau mit dichten Reihen großer weißer Vierecke. Die hellsten Flächen des Prachttauchers sind Brust, Bauch und Flanken in reinweiß. Der Schnabel hingegen ist schwarz und die Augen dunkelrot.

Im herbstlichen Schlichtkleid ist die gesamte Oberseite einfarbig schwarzgrau. Kopf und Hals sind dann in scharf abgegrenzte Grau- und Weißtöne geteilt. Auch der Schnabel ist blasser gefärbt. Gerade im Schlichtkleid ist der Prachttaucher sehr leicht mit dem Sterntaucher zu verwechseln, welcher aber insgesamt etwas eintöniger gefärbt ist.

Vorkommen

Wie der Name gavia arctica schon andeutet, lebt der Prachttaucher weit draußen im Norden. Genauer gesagt bevorzugt der die nördlichsten gemäßigten Zonen Europas und Asiens. In Europa verlässt er seine Brutgebiete in Skandinavien und auf den Britischen Inseln im September und zieht für den Winter an die westliche Ostsee und an die Nordsee. Von November bis Februar ist er ausnahmsweise auch im mitteleuropäischen Binnenland zu sichten, zum Beispiel an der Elbe. Der Heimzug erfolgt dann im April oder Mai. Obwohl er durch Überfischung und Wasserverschmutzung bedroht ist, gilt der Prachttaucher bisher nicht als gefährdet.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Leicht zu beobachten ist der Prachttaucher nicht: Am liebsten hält er sich weit von der Küste auf dem offenen Meer auf, und selbst wenn ihr einmal einen erspäht, taucht er gerne ab und ist erst Minuten später wieder zu sehen. Fliegen kann der Prachttaucher nur vom Wasser aus, und auch dann nur mit langem Anlauf. Sein Flugbild gleicht dem einer großen, schwerfälligen Ente. An Land kommt der Prachttaucher abgesehen von der Brut nur selten. Dort kann er sich nur träge fortbewegen: Auf dem Bauch rutschend stemmt er sich mit Füßen und Flügeln über den Boden. Wasser ist das eigentliche Element des Prachttauchers. Auf der Jagd nach Fröschen, Fischen und Krebsen bleibt er oft mehr als zwei Minuten unter Wasser und schwimmt über vierzig Meter in die Tiefe. Bei solchen Höchstleistungen kann man dem Prachttaucher sein trampliges Verhalten an Land schon verzeihen.

Foto: Francesco Veronesi (Lizenz: CC BY-SA 2.0) / flickr.com

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