Weißbürzelsegler: Flugkünstler auf Wohnungssuche
Wer in Afrika oder Südeuropa den Himmel aufmerksam beobachtet, kann mit etwas Glück einen Weißbürzelsegler entdecken. Meist ist er hoch oben unterwegs: er verbringt den größten Teil seines Lebens im Flug.
Aussehen
Mit einer Körpergröße von etwa 14 Zentimetern ist der Weißbürzelsegler ein kleiner Vertreter der Seglerfamilie. Er besitzt die für seine Verwandtschaft typische Gestalt mit einem schlanken Rumpf, langen sichelförmigen Flügeln und einem langen Schwanz, der im geöffneten Zustand gegabelt ist. Auffällig ist, dass der Weißbürzelsegler seinen Schwanz im Flug oft über längere Zeit geschlossen hält. Dann wirkt er schmal wie eine Nadel und verleiht dem Vogel eine unverwechselbare Silhouette. Das Federkleid ist überwiegend schwarz. Der weiße Brustfleck und der namensgebende weiße Bürzel setzen dazu einen deutlichen Kontrast. Einen Geschlechtsunterschied gibt es nicht – Männchen und Weibchen sehen gleich aus.
Vorkommen
Ursprünglich war der Weißbürzelsegler ausschließlich südlich der Sahara verbreitet. Seit einigen Jahren brüten jedoch auch einzelne Paare in Marokko, Südspanien und Portugal. In den ländlichen Regionen Ostafrikas zählt er zu den häufigsten Seglern.
Da der Weißbürzelsegler bevorzugt verlassene Schwalbennester übernimmt, brütet er häufig an Brücken und Gebäuden und lebt dadurch oft in der Nähe des Menschen. Bei der Wahl seines Lebensraums zeigt er sich anpassungsfähig. Er kommt in trockenen Savannen ebenso vor wie in dichten Wäldern. Sogar im Atlasgebirge gibt es Populationen in Höhen von bis zu 2.500 Metern.
Tipps zur Beobachtung
In Deutschland kommt der Weißbürzelsegler nicht vor. Wer Urlaub in Südeuropa oder Afrika macht, kann jedoch mit etwas Glück einen entdecken. Im Flug fällt der Vogel durch seinen langen, nadelförmig wirkenden Schwanz und den auffälligen weißen Brustfleck auf. Der weiße Bürzel ist meist nur aus seitlicher Perspektive gut zu erkennen.
Im Vergleich zu anderen Seglern ist der Weißbürzelsegler eher leise. Sein Gesang besteht aus einem zirpenden Trillern, das als „sip sip sip siep sip sip“ beschrieben wird und tiefer klingt als die Rufe des Hausseglers.
