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Wie jagen Greifvögel ihre Beute?

Wie jagen Greifvögel ihre Beute?

Greifvögel gehören zu den beeindruckendsten Jägern der Tierwelt. Mit scharfen Augen, kräftigen  Fängen und speziell an ihre Lebensweise angepassten Schnäbeln sind sie hervorragend auf die  Jagd aus der Luft vorbereitet. Dabei gehen die verschiedenen Arten sehr unterschiedlich vor.  Während manche Greifvögel geduldig von einer Ansitzwarte aus nach Beute Ausschau halten,  suchen andere im Flug nach geeigneten Tieren oder verfolgen ihre Beute mit hoher  Geschwindigkeit. 

Welche Jagdmethode zum Einsatz kommt, hängt unter anderem von der Körperform, dem  Lebensraum und der bevorzugten Beute des jeweiligen Greifvogels ab. Besonders deutlich zeigen  sich die Unterschiede zwischen den verschiedenen Flugjägern. 

Beute aus der Luft und vom Boden aufspüren 

Am Anfang jeder erfolgreichen Jagd steht die Suche nach geeigneter Beute. Greifvögel verfügen  über ein ausgezeichnetes Sehvermögen und können ihre Umgebung aus großer Entfernung  beobachten. Je nach Art nutzen sie dabei unterschiedliche Flugtechniken. 

Bussarde und Adler gehören beispielsweise zu den sogenannten Gleitstoßgreifern. Sie besitzen  breite und lange Schwingen, mit denen sie ausdauernd segeln können. Dabei kreisen sie über  ihrem Jagdgebiet und halten nach geeigneten Beutetieren Ausschau. Auch eine Ansitzwarte kann  zur Beutesuche genutzt werden. Wird ein passendes Tier entdeckt, beginnt der Anflug. 

Andere Arten suchen ihre Beute aus einer niedrigeren Flugposition. Habichte und Sperber können  beispielsweise aus einer Ansitzwarte heraus überraschend angreifen. Ihre kurzen und runden  Flügel machen sie besonders wendig. Das ist vor allem bei der Jagd in Wäldern und zwischen  Bäumen von Vorteil, wo schnelle Richtungswechsel erforderlich sind. 

Eine besondere Technik ist der Rüttelflug. Dabei schlägt der Greifvogel schnell mit den Flügeln  und kann dadurch nahezu auf einer Stelle in der Luft stehen. Turmfalken nutzen diese Technik  häufig, um den Boden nach Beute abzusuchen. Wird beispielsweise eine Maus entdeckt, kann  der Vogel aus dem Rüttelflug heraus zum Boden stoßen. 

Sturzflug, Verfolgungsflug und Überraschungsangriff 

Nach dem Aufspüren der Beute muss der richtige Moment für den Angriff gefunden werden. Auch  dabei unterscheiden sich die Jagdstrategien der Greifvögel deutlich. 

Falken sind besonders auf die Jagd im freien Luftraum spezialisiert. Ihre Flügel sind lang, schmal  und spitz. Dadurch können sie hohe Geschwindigkeiten erreichen und gleichzeitig sehr wendig  bleiben. Beim Stoßflug stürzen sie aus großer Höhe auf ihre Beute zu. 

Der Wanderfalke ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel. Er verfolgt seine Beute im freien  Luftraum und kann im Sturzflug kurzfristig Geschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern pro  Stunde erreichen. Zu seiner Beute gehören vor allem Vögel in Taubengröße.

Der Angriff erfolgt häufig nach einem längeren Anflug. Im entscheidenden Moment stößt der  Wanderfalke auf den Beutevogel zu. Die Beute kann durch den heftigen Aufprall getroffen werden.  Falken besitzen außerdem den sogenannten Falkenzahn. Dabei handelt es sich um eine scharfe  Ausbuchtung am Oberschnabel, mit der die Beute am Genick getötet werden kann. 

Bei Habichten und anderen Grifftötern funktioniert die Jagd etwas anders. Diese Greifvögel  besitzen kräftige Fänge, mit denen sie ihre Beute greifen und festhalten. Besonders bei der Jagd  auf Vögel kann ein überraschender Angriff aus der Deckung entscheidend sein. Die kurzen,  runden Flügel ermöglichen schnelle Bewegungen und enge Wendungen. 

Mit Fängen oder Schnabel: So wird die Beute getötet

Greifvögel haben verschiedene körperliche Merkmale entwickelt, die ihnen beim Erlegen ihrer  Beute helfen. Dabei lässt sich zwischen Grifftötern und Bisstötern unterscheiden. 

Grifftöter wie Habichte und Bussarde verfügen über kräftige Fänge. Mit den scharfen Krallen  greifen sie ihre Beute und halten sie fest. Die Fänge sind dabei ein wichtiges Werkzeug, um die  Beute zu überwältigen. Mäusebussarde beispielsweise halten ihre Beute mit den Fängen fest und  töten sie anschließend mit dem Schnabel. Habichte gelten dagegen als typische Grifftöter. 

Bei Falken spielt der Schnabel eine größere Rolle. Der sogenannte Falkenzahn ermöglicht einen  gezielten Genickbiss. Dadurch können Falken ihre Beute nach dem Ergreifen schnell töten. 

Auch die Art des Angriffs hängt mit der bevorzugten Beute zusammen. Der Wanderfalke schlägt  seine Beute überwiegend in der Luft. Fischadler greifen dagegen über dem Wasser an. Andere  Greifvögel erbeuten Tiere am Boden. Diese unterschiedlichen Jagdweisen sind eng mit dem  Körperbau und dem Lebensraum der jeweiligen Art verbunden. 

Nach dem erfolgreichen Angriff wird die Beute häufig zu einer erhöhten Sitzwarte gebracht. Beim  Wanderfalken erfolgt das Rupfen und Fressen meist auf hohen Sitzwarten. Federn werden dabei  sorgfältig entfernt.