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Helmkasuar: Laufvogel mit Kopfbedeckung

Helmkasuar: Laufvogel mit Kopfbedeckung

Ein Vogel mit Helm? Was zunächst wie eine kuriose Erfindung klingt, gibt es tatsächlich. Der Helmkasuar trägt eine auffällige Struktur auf dem Kopf, die ihm ein geradezu urzeitliches Erscheinungsbild verleiht. In seiner Heimat bewegt er sich meist verborgen durch dichtes Grün und meidet Menschen.

Aussehen

Mit einer Körpergröße von bis zu 1,70 Metern und einem Gewicht von bis zu 70 Kilogramm ist der Helmkasuar (Casuarius casuarius) der drittgrößte Vogel der Welt. Nur der Strauß und der Große Emu werden noch größer. Seinen Namen verdankt der Helmkasuar dem helmartigen Gebilde auf seinem Kopf, das mit Horngewebe überzogen ist. Vermutlich erfüllt dieser sogenannte Helm mehrere Funktionen. Er schützt den Vogel, wenn er sich durch dichtes Unterholz bewegt, kann bei Kämpfen mit Rivalen als Waffe eingesetzt werden und unterstützt vermutlich die Thermoregulation.

Kopf und Hals des Helmkasuars sind unbefiedert. Die sichtbare Haut ist größtenteils leuchtend blau gefärbt. Ein Streifen an der Rückseite des Halses sowie mehrere Hautlappen an der Vorder- und Rückseite des Halses sind rot. Das Gefieder ausgewachsener Tiere ist glänzend schwarz, während junge Helmkasuare ein braun gestreiftes Gefieder besitzen.

Wie andere Laufvögel kann auch der Helmkasuar hohe Geschwindigkeiten erreichen. Er kann mit bis zu 50 km/h durch das Gelände laufen. Zudem ist er in der Lage, bis zu 1,5 Meter hoch zu springen, und gilt als guter Schwimmer.

Vorkommen

Helmkasuare haben ein vergleichsweise kleines Verbreitungsgebiet. In freier Wildbahn kommen sie ausschließlich auf Neuguinea und im australischen Bundesstaat Queensland vor. Dort bewohnen sie Gebiete mit dichtem Unterholz, darunter Regenwälder und Savannenwälder.

Der Bestand wird auf etwa 1.500 bis 10.000 Tiere geschätzt. Als gefährdet gilt die Art derzeit nicht. Dennoch gibt es mehrere Faktoren, die ihre Bestände unter Druck setzen. In Australien spielt der zunehmende Verlust ihres ohnehin begrenzten Lebensraums eine wichtige Rolle. Auch verwilderte Hausschweine stellen eine Gefahr dar, da sie Eier und Küken fressen können.

Auf Neuguinea werden Helmkasuare wegen ihrer Federn gejagt, die unter anderem für zeremoniellen Kopfschmuck verwendet werden. Eine weitere erhebliche Gefahr stellt der Straßenverkehr dar. Jedes Jahr kommen dadurch zahlreiche Tiere ums Leben.

Verhalten und Tipps zur Beobachtung

In Deutschland lassen sich Helmkasuare ausschließlich in Gefangenschaft beobachten, etwa in Zoos. Wer einem Helmkasuar in freier Wildbahn begegnet, sollte einige wichtige Regeln beachten.

Während der Brutzeit von Juni bis Oktober sollte ausreichend Abstand zu Nestern gehalten werden. Die Männchen brüten die Eier aus und kümmern sich anschließend um die Küken. Bei einer Bedrohung können sie ihren Nachwuchs aggressiv verteidigen. Auch sonst sollten die Tiere niemals in die Enge getrieben werden.

Problematisch ist außerdem das Füttern durch Touristen. Lernen Helmkasuare, Menschen als mögliche Nahrungsquelle wahrzunehmen, können sie ihre natürliche Scheu verlieren und ein forderndes oder aggressives Verhalten entwickeln. Dadurch steigt auch das Risiko von Verkehrsunfällen, wenn die Tiere auf der Suche nach Nahrung Straßen aufsuchen.

Eine Begegnung mit einem Helmkasuar sollte daher mit ausreichend Abstand und Respekt erfolgen. Die Vögel können Menschen ernsthaft verletzen. Ihre kräftigen Beine und die scharfe Kralle an der inneren Zehe ermöglichen ihnen kräftige Tritte, die schwere Verletzungen verursachen können.