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Vogelwelt

Der Frühling steht vor der Tür – Das Sonnenbad der Vögel

Der Frühling steht vor der Tür – Das Sonnenbad der Vögel

Der Frühling naht – und damit lässt sich auch die Sonne wieder häufiger und länger erblicken. Nicht nur wir Menschen genießen die warme Frühlingssonne in vollen Zügen, auch die Vogelwelt erfreut sich an den wohltuenden Sonnenstrahlen. Wie sich Vögel die Sonne zunutze machen, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Wie Singvögel sonnenbaden

Singvögel nehmen gerne an ruhigen, sonnigen sowie deckungsnahen Orten ein Sonnenbad – beispielsweise am Boden, auf einem Stein oder auch auf einem Pfosten. Der Vogel setzt sich hin und positioniert sich so, dass die Sonne ihn seitlich und von hinten erreichen kann. Er sträubt sein Gefieder bis zum Hals oder Kopf. Zusätzlich breitet er seine Flügel aus, mal mehr und mal weniger. Auch die Schwanzfedern breitet er aus. Oberhalb der Schwanzwurzel wird dabei die Bürzeldrüse freigelegt. Innerhalb kurzer Zeit wird dem Vogel durch die Sonnenstrahlen heiß. Das macht sich durch das Hecheln mit offenem Schnabel bemerkbar. Wird der Vogel nicht gestört, verharrt er mehrere Minuten lang in dieser Position. 

Das Sonnen der Vögel kann man nur bei warmem Sonnenschein beobachten. Das mag damit zusammenhängen, dass Vögel ihr Gefieder bei niedrigen Temperaturen äußerlich geschlossen halten. Dies tun sie, um einen Wärmeverlust durch das eingeschlossene Luftpolster zu vermeiden.

Reiher und Co. in der Frühlingssonne

Einen spannenden Anblick genießen auch Vogelbeobachter, die den Graureiher beim Sonnenbad erblicken: Hoch aufgerichtet steht er dabei am Boden oder in der Krone eines Baumes. Er wendet sich der Sonne zu und breitet seine Flügel aus. Die Handflügel bleiben dabei jedoch geschlossen. So bleibt er einige Zeit lang stehen. Wird dem Graureiher beim sonnen zu heiß, hechelt auch er mit offenem Schnabel. Andere Großvögel wie zum Beispiel der Geier nehmen beim Sonnenbaden eine ähnliche Position ein.

Wozu nehmen Vögel Sonnenbäder?

Möglicherweise nutzen Vögel das Sonnenbaden dazu, um ihre Federn und die darunterliegende Haut vor Ektoparasiten und Pilzen zu schützen – ähnlich wie sie zu diesem Zweck in Wasser oder Sand baden, sich putzen oder kratzen. Bekannt ist, dass die Federn durch die Wärmeeinwirkung elastisch gehalten werden. Zudem kann das Sonnenbaden den Vögeln bei der Aufnahme von Vitamin D durch die Haut helfen. Über mögliche Folgen der UV-Strahlung für die Haut der Vögel oder weitere Vorteile ist noch zu wenig bekannt. Auch, ob sie sich vielleicht einfach sonnen, weil sie es schön finden, wissen wir nicht.

Was wir jedoch wissen ist, dass das Sonnenbaden manchen Vogelarten zur Regulierung ihrer Körpertemperatur dient. Das kann man am Beispiel des Rennkuckucks gut erkennen.

Rennkuckucke als Extrembeispiel

Der Rennkuckuck lebt in den Wüsten im Süden der USA. Er lebt am Boden und ist, wie der Name schon verrät, laufaktiv. Rennkuckucke sind auch als sogenannte “Roadrunner” bekannt. In der Wüste sind die Nächte kalt, daher lassen Rennkuckucke ihre Körpertemperatur von über 40 Grad Celsius auf etwa 32,6 Grad Celsius absinken. In den Morgenstunden nutzt er die Sonnenstrahlen, um sich wieder aufzuwärmen. Dazu stehen sie in der Sonne und spreizen ihr Rückengefieder aus. Ihre Haut ist schwarz gefärbt, weshalb sie die Wärme der Sonnenstrahlen gut aufnehmen kann. Die Färbung schützt den Vogel außerdem vor der schädlichen UV-Strahlung. Die ursprüngliche Körpertemperatur kann der Rennkuckuck auf diese Weise schnell wieder erreichen. Ist es besonders heiß, begrenzen die Vögel den Anstieg ihrer Körpertemperatur durch Kehlflattern, Hecheln und andere Mechanismen.

Du interessierst dich für die Vogelbeobachtung oder möchtest mehr rund um die Themen Vogel&Natur erfahren? Auf unserem Blog findest du viele weitere, spannende Artikel. Lese beispielsweise mehr über den Achtsamkeits-Trend Birding, die Vogelfamilie der Drosseln oder Naturtipps im Februar.

Titelfoto von wirestock auf Freepik

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