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Odinshühnchen

Sogar unter den Vögeln hat Skandinavien Vorbildfunktion: Beim nordischen Odinshühnchen sind die Geschlechterrollen besonders fortschrittlich verteilt.

Aussehen

Das Odinshühnchen ist ein arktischer Schnepfenvogel von 19 Zentimetern Größe. Im Brutkleid fällt im Gegensatz zur graubraunen Oberseite ein orangeroter bis orangebrauner Fleck am Vorderhals auf. Beim Weibchen leuchtet dieser noch stärker und steht im Kontrast zum weißen Kehlfleck darüber. Unter anderem daran lässt sich das Odinshühnchen vom selteneren Thorshühnchen unterscheiden. Im Winterkleid von August bis Dezember sind die Unterschiede zwischen den Arten weniger offensichtlich: Bei beiden ist das Ruhekleid hellgrau und weiß.

Vorkommen

Beim Odinshühnchen spiegelt der Name das Verbreitungsgebiet wider: Wie der nordische Gott stammt es aus Skandinavien. Dort brütet es auf Festland und Inseln. Seine Winterquartiere liegen hingegen verstreut in den Tropen und Subtropen. Dazwischen, während seines Vogelzugs, macht das es bei uns Halt. Im April und Mai sowie August und September könnt ihr es an der deutschen Nordseeküste beobachten. Ein weiterer beliebter Ruheplatz liegt am Neusiedler See. Wie andere Schnepfenvögel auch wird das Odinshühnchen vermutlich stark vom Klimawandel betroffen sein, sodass seine zukünftige Verbreitung ungewiss ist.
Vogelbeobachtungs-Tipps

Der Lebenswandel des Odinshühnchens ist unter den Vögeln beinahe einzigartig: Das Weibchen balzt, das Männchen bewacht die Jungen! Das bunter gefärbte Weibchen wirbt mit Balzflügen um das Männchen, welches dann im Austausch die Jungen ab dem Zeitpunkt des Schlüpfens versorgt. Doch hier nimmt die fortschrittliche Rollenverteilung kein Ende: Auch wenn ein Angreifer einer Kolonie von Odinshühnchen zu nahe kommt, sind es die Weibchen, die ihn verscheuchen. Wenn ihr Glück habt, erspäht ihr vielleicht beim nächsten Skandinavien-Urlaub einen Odinshühnchen-Papa mit seinen Küken im Gepäck. Andernfalls müsst ihr wohl an der Nordseeküste nach dem Feministenvogel Ausschau halten, zum Beispiel wenn es im Wasser watend oder schwimmend nach Nahrung sucht.

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