Close

Neu Vogelwelt

Falken (Vogelfamilie)

Falken (Vogelfamilie)

Falken faszinieren durch ihre Eleganz, Geschwindigkeit und ihre herausragenden Jagdfähigkeiten. Mit ihren spitzen Flügeln und langen Schwänzen gehören sie zu den beeindruckendsten Vogelarten. Ob beim majestätischen Gleitflug oder beim spektakulären Stoß im Jagdmodus: Falken zeigen eine Vielfalt an Anpassungen, die sie weltweit verbreitet haben.

Ordnung und Verbreitung

Die Falkenartigen (Falconidae) sind eine Familie innerhalb der Ordnung der Falkenartigen Vögel (Falconiformes) und bestehen aus etwa 65 Arten, die auf 11 Gattungen verteilt sind. Sie kommen auf fast allen Kontinenten vor, mit Ausnahme der Antarktis.

Größere Arten bevorzugen eher kühle oder gemäßigte Regionen, während kleinere Falken tropische Gebiete besiedeln. Die größte Artenvielfalt findet sich in Mittel- und Südamerika, wo insbesondere Lach- und Waldfalken sowie Geierfalken heimisch sind. Auch in Afrika existiert eine bemerkenswerte Vielfalt, mit 17 brütenden Arten der Gattung Falco. Die eigentlichen Falken, auch Echte Falken genannt, zeichnen sich durch ihren langen Schwanz und die spitzen Flügel aus und gehören zur Gattung Falco, die auch in Deutschland vorkommt.

Aussehen und Verhalten

Falkenartige besitzen meist kleine, leichte Körper und einen kurzen Hals, ausgenommen die Karakaras. Ihre kräftige Brustmuskulatur macht bis zu 20 Prozent des Körpergewichts aus, was sie zu hervorragenden Fliegern macht. Die Flügel sind lang und sichelförmig, meist ohne die typischen „Finger“ der Greifvögel.

Ihr Gefieder variiert in Braun-, Grau- und Weißtönen und ist häufig gebändert oder gefleckt. Einmal jährlich wechseln die Tiere ihr Gefieder in einer Vollmauser, die oft während der Brutzeit stattfindet.

Die Augen der meisten Falken sind braun, und nackte Kopfpartien, Augenringe sowie Beine zeigen oft eine gelbliche Färbung. Der Schnabel ist klein, nach unten gebogen und speziell angepasst, um die Beute zu töten. Im Gegensatz zu Habichtartigen setzen Falken auf den Schnabel statt auf die Fänge.

Lang ging man davon aus, dass Falken mit Greifvögeln verwandt sind, jedoch haben neue DNA-Studien ergeben, dass Falken enger mit Papageien und Sperlingsvögeln verwandt sind. 

Falken zeigen ein ausgeprägtes Jagdverhalten. Viele Arten bevorzugen die Beute aus der Luft zu fangen, sei es durch das Aufspüren kleiner Säugetiere und Vögel während des Gleitflugs oder durch blitzschnelle Stoßangriffe aus großer Höhe. Einige Arten, wie der Turmfalke, sind für ihren sogenannten Rüttelflug bekannt: dabei halten sie über der Beute die Position, indem sie mit den Flügeln schnell schlagen.

Auch das Sozialverhalten ist vielfältig. Während viele Falkenarten als Einzelgänger oder in Paaren leben, zeigen manche Arten saisonale Schwärme, insbesondere während der Zugzeiten. Die Brutpflege wird in der Regel vom Weibchen übernommen, während das Männchen für die Nahrung sorgt, wobei beide Eltern stark in den Nachwuchs investiert sind.

Heimische Arten

Turmfalke (Falco tinnunculus)
Der Turmfalke ist der häufigste Falke in Mitteleuropa. Bekannt für seinen charakteristischen Rüttelflug, lässt er sich oft in Städten und ländlichen Gebieten beobachten. Diese Art ist flexibel in der Lebensraumwahl und zeigt eine hohe Anpassungsfähigkeit an menschliche Siedlungen.

Wanderfalke (Falco peregrinus)
Der Wanderfalke gehört zu den größten Falkenarten und ist berühmt für seinen Jagdstoß, bei dem er Geschwindigkeiten von über 320 km/h erreicht. Er ist ein Kosmopolit und weltweit verbreitet, von der Arktis bis zu tropischen Regionen.

Baumfalke (Falco subbuteo)
Der Baumfalke ist klein und elegant, mit auffälligen rostfarbenen Beingefieder und Unterschwanzdecken, die ihm sein typisches Aussehen verleihen. Er ist nach dem Turmfalken die zweithäufigste Falkenart in Deutschland, wobei die Bestände in den letzten Jahren rückläufig sind.

Neben diesen Arten kommen in Deutschland gelegentlich noch andere Falken wie der Merlin (Falco columbarius), ein kleiner, schneller Vogel, oder der Würgfalke (Falco cherrug), der allerdings hauptsächlich in Schutzgebieten anzutreffen ist, vor.