Blaumerle – Alpenländisches Amsel-Imitat

Blaumerle – Alpenländisches Amsel-Imitat

Die Blaumerle sieht der Amsel zwar ähnlich, ist aber keine. Der schieferblaue Vogel aus dem Alpenland gehört zur Familie der Fliegenschnäpper.

Aussehen

Die Blaumerle mit anderen Vögeln zu verwechseln dürfte schwerfallen, denn so viele schieferblaue Vögel gibt es bei uns gar nicht. In seiner Gestalt ist der Singvogel aus der Familie der Fliegenschnäpper der Amsel ähnlich. Daher stammt auch der Name: Merle leitet sich von merula ab, dem lateinischen Namen der Amsel. Anders als die Amsel ist der etwa starengroße Vogel aber nicht schwarz, sondern blau. Bei den Männchen ist es ein tiefes Blau-Schwarz, bei den Weibchen ein blaustichiges Braun-Grau mit hellen Flecken. Schnabel, Beine und Augen sind bei beiden schwarz.

Vorkommen

Neben ihrem asiatischen Lebensraum findet ihr die Blaumerle hauptsächlich im Mittelmeerraum, also in Spanien, Portugal, Italien und Frankreich. Auf der Insel Malta ist sie sogar der Nationalvogel. Nach Norden hin reicht das Verbreitungsgebiet der Blaumerle bis in die südliche Schweiz rund um Meran. Manchmal verirrt sie sich aber auch in den deutschen Alpenraum. In ihrem Lebensraum braucht die Blaumerle in erster Linie Felswände, an denen sie gut getarnt ist. Deswegen lebt der Singvogel in Gebirgstälern, an Felsküsten und Steinbrüchen sowie manchmal in Städten. Wichtig ist auch ein nahes Gewässer, da die Blaumerle sehr viel trinkt und auch häufig badet.

Nach ihrem Winterzug nach Afrika kehrt die Blaumerle immer wieder in dasselbe Revier zurück. Ihre Brutplätze in Felsspalten und Höhlen behält sie nämlich ein Leben lang. Mit zwischen 120.000 und 260.000 Brutpaaren allein in Europa ist die Blaumerle derzeit nicht gefährdet.

Vogelbeobachtungs-Tipps

Nicht nur das Aussehen, auch der Gesang der Blaumerle erinnert an eine Amsel. Flötend und melodisch, vielleicht ein klein wenig melancholisch singt sie auf Felskuppen sitzend und teils im Segelflug. Gerade während der Balz ist sie dabei gut zu hören. Abgesehen von ihrem Gesang ist die Blaumerle für Vogelbeobachter nicht sehr zugänglich. Scheu und zurückhaltend lässt sie Vogelbeobachter selten nah an sich heran – ihre Fluchtdistanz ist besonders groß. Beobachtung aus der Ferne eignet sich daher besser für die Blaumerle. Vorteilhaft ist auch ein Beobachtungsplatz an einem Gebirgsgewässer, welches die Blaumerle sicher mindestens einmal täglich aufsucht.

Kein Wunder eigentlich, dass die Blaumerle sich bei Besuch so schnell verabschiedet, Feinde hat sie nämlich genug. Sperber, Falke und Adler, aber auch Uhu, Rabe, Marder und Fuchs betrachten den Singvogel allesamt als Delikatesse. Da hält man besser Abstand!

Foto: © Juan Lacruz (CC Lizenz)

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