Greifvögel unterscheiden, Teil 3: Bussarde

Greifvögel unterscheiden, Teil 3: Bussarde

Hier stellen wir euch die beiden häufigsten Bussarde vor, die in Deutschland brüten und geben Tipps zu ihrer Bestimmung.

Mäusebussard

Einen Mäusebussard habt ihr ganz bestimmt schon mal beobachtet. Schließlich ist er der häufigste Greifvogel in Deutschland. Er wird gut 50 Zentimeter groß, hat eine kompakte Statur, breite Flügel und einen kurzen Schwanz (auch Stoß genannt). Der Stoß ist außerdem sehr breit und stark abgerundet.

Mäusebussarde gibt es in vielen Farbvariationen. Sie können weiß, hell mit braunen Flecken oder auch komplett dunkelbraun sein. In jedem Fall findet sich ein enges Bändermuster am Stoß, welches im Flug besonders gut zu sehen ist. Der gebogene Schnabel ist silbergrau mit gelber Wachshaut. Auch die Beine sind gelb.

Zum Schlafen und Brüten zieht sich der Mäusebussard in den Wald zurück. Seine Nahrung erbeutet er hingegen auf Wiesen und Feldern. Neben Feldmäusen landen auch Reptilien, Amphibien, große Insekten und gelegentlich andere Vögel in seinen Krallen. Während der Brutzeit gibt der Mäusebussard im Flug seine typischen „hiijäh“-Rufe von sich. Im Flug segelt er meistens, nur selten wird „gerüttelt“. Grundsätzlich sieht man ihn eher sitzend auf Masten und Pfählen als im Flug.

Wespenbussard

Der Wespenbussard wird ebenfalls rund 50 Zentimeter groß. Schwanz und Flügel sind bei ihm allerdings länger und dünner als beim Mäusebussard. Auf einem taubenartig vorgestreckten Hals sitzt ein kleiner, schmaler Kopf. Auch beim Wespenbussard kann das Gefieder verschieden gefärbt sein. Männchen haben meist einen grauen Kopf, einen dunkelbraunen Rücken und eine helle, quer gebänderte Brust. Bei Weibchen ist das Kopfgefieder braun.

Was die Nahrung angeht, ist der Name Programm, denn dieser Bussard ernährt sich größtenteils von Wespen und deren Larven. Er gräbt sogar Wespennester aus. Dabei verhindert sein dichtes, hartes Kopfgefieder schlimmere Stiche. Ergänzend stehen noch andere Insekten sowie Jungvögel, Frösche und Beeren auf dem Speiseplan.

Der Wespenbussard fliegt meist mit abwärts gebogenen Flügeln und rüttelt nicht. Dabei ist er sehr schweigsam und gibt nur ab und zu seinen zweisilbigen „wijeh“-Ruf von sich. Am liebsten brütet er in Wäldern mit angrenzendem Offenland.

  • Übrigens: Ein Bussard, der zwar nicht in Deutschland brütet, aber als regelmäßiger Wintergast zu uns kommt, ist der Raufußbussard. Wenn ihr mehr über ihn erfahren möchtet, schaut doch bei unserem Artenporträt vorbei.

 

Lest auch die anderen Beiträge dieser Reihe:

Teil 1: Weihen

Teil 2: Falken

Teil 4: Adler

Teil 5: Sperber und Habicht

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