Greifvögel unterscheiden, Teil 4: Adler

Greifvögel unterscheiden, Teil 4: Adler

Im vierten Teil unserer Serie widmen wir uns dem König der Lüfte, dem Adler. Hier lernt ihr vier Arten näher kennen und bekommt Tipps zu ihrer Bestimmung.

Seeadler

Der Seeadler ist ein großer, kompakter Vogel mit breiten, brettartigen Flügeln. Er erreicht Spannweiten bis zu 250 Zentimetern und ist der größte Greifvogel Europas. Das Gefieder ist dunkelbraun, nur der Kopf und der kurze, keilförmige Stoß sind weiß befiedert. Bei Jungvögeln ist der Stoß noch dunkel. Im Flug sind die einheitlich braunen Flügelunterseiten und die weißen Schwanzfedern besonders gut zu erkennen. Außerdem heben sich dann die gelben Füße von dem dunklen Gefieder ab.

Lebensräume des Seeadlers sind Seen, Flüsse, Sümpfe und Küsten. Zum Nisten sucht er meist alte Wälder oder geschützte Felsen auf. Der imposante Riese ernährt sich größtenteils von Fischen und Wasservögeln. Sein Ruf ist ein weithin hörbares „klie-klie-klie“.

Steinadler

Der Steinadler ist etwas kleiner als der Seeadler, aber immer noch eine sehr beeindruckende Erscheinung. Er wird 95 Zentimeter lang und erreicht eine Flügelspannweite von zwei Metern. Seine Flügel werden zur Spitze hin etwas schmaler und sind stark gefingert. Altvögel sind einfarbig dunkelbraun mit etwas hellerem Nackengefieder. Jungvögel fallen noch durch weiße Federn an Stoß und Handschwingen auf. Die Wachshaut und die kräftigen Füße sind gelb.

Der Steinadler kommt in Deutschland in den bayerischen Alpen vor. Dort nistet er auf Bäumen und in steilen Felswänden. Zu seiner Beute gehören Murmeltiere, Gams- und Rehkitze, Raufußhühner und Schneehasen. Im Flug gibt er meist ein raues „hiijäh“ von sich.

Schreiadler

Mit einer Körpergröße von rund 66 Zentimetern ist der Schreiadler deutlich kleiner als seine Verwandten. Die langen, stark gefingerten Flügel hält er im Flug sehr waagerecht. Das Gefieder ist schokoladenbraun mit hellerem Gefieder an Kopf, Nacken und Oberflügeldecken. Auf den Schwanzfedern zeigt sich eine v-förmige, weiße Binde. Der Ruf ist ein deutliches „Tjück! tjück! tjück!“ Balzende Männchen geben außerdem ein quietschendes „Wiiiiik!“ von sich.

Für Adler eher ungewöhnlich ist die Jagdweise des Schreiadlers: Er bleibt am Boden und sucht seine Beute zu Fuß. Daher stehen auf seinem Speiseplan vor allem Frösche und Mäuse, aber auch Reptilien und Maulwürfe. Schreiadler brüten in Laub- und Mischwäldern, die an offene Landschaften grenzen. Durch den Verlust geeigneter Lebensräume ist die Art mittlerweile stark gefährdet.

Fischadler

Der Fischadler wird 50 bis 60 Zentimeter groß und hat lange, schmale Flügel. Seine Unterseite ist bis auf ein dunkles Brustband weiß, die Oberseite ist graubraun. Am hellen Kopf zeigt sich ein dunkles Augenband.

In Deutschland brütet der Fischadler vor allem in Mecklenburg-Vorpommern. Er nistet auf einzelnen, hohen Bäumen in der Nähe von Gewässern. Er frisst ausschließlich Fische, die er im Sturzflug mit seinen kräftigen Krallen aus dem Wasser zieht. Fischadler sind Zugvögel und brechen im August in ihre Überwinterungsgebiete südlich der Sahara auf.

  • Übrigens: Zwei Adler, die als seltene Gäste auf dem Zug zu uns kommen, sind der Schelladler und der Schlangenadler.

Foto: Per Harald Olsen (CC BY 2.0)

 

Lest auch die anderen Beiträge dieser Reihe:

Teil 1: Weihen

Teil 2: Falken

Teil 3: Bussarde

Teil 5: Sperber und Habicht

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